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Dritte Horde der Phalänen/ die Spanner. Zehnte Familie.
gel an Nahrung antreibt, ihr Gehäuse zu durchbeißen und an den jungen Blattern derBäume ihre fernere, stärkere Nahrung zu suchen.
2) Verdient sie den Namen des Blüthenwicklers auch darum nicht, weil sie nichtzu der Horde der Wicklerraupen, Phalaenae tortrices, gehört, sondern eine wahreSpannerraupe ist mit zehn Füßen, nämlich 6 Brust - 2 Bauch - und 2 Nachschieberfüßen.Nur das hat sie mit den Vlatkwicklern gemein, daß sie durch etliche Faden ein PaarBlätter zusammen heftet, und darin verborgen lebt. Auch kann sie vermöge eines Fa-dens, den sie aus dem Maule zieht, sich auf die Erde niederlassen, welches aber ebenso wohl Wickler als Spanner thun. Im May erreicht sie nach der vierten und letzten Häu-tung ihre völlige Größe von einem Zoll in die Länge. Zu Anfang des Junius geht sie indie Erde, um sich daselbst zu verwandeln, oder in eine gelblichgrüne Puppe überzugehen.Zu dem Ende macht sie sich einen kleinen Ballen von Erdtheilchen, den sie inwendig mitfeinen Fäden dicht verwebt, und so bey 4, 4 i, auch Monate liegt, bis im folgendenOctober oder weiterhin der Schmetterling hervorkriecht. Man hat aber kein einziges Bey-spiel, daß eine Puppe überwintere. Bey spätem Abend und des Nachts kriechen und flat-tern sie um die Obstbäume herum, gegen Morgen aber verbergen sie sich wieder unterdas Gras, wo sie den ganzen Tag verborgen sitzen. ^
Aufenthalt und Nahrung. Der männliche Spanner flattert, wie eben er-wähnt ist, vor dem Ausgang des Octobers, den November hindurch bis in den Decemberin Waldungen, an Hecken, einzelnen Feldbäumen und hauptsächlich in Obstgärten herum,den weiblichen aufzusuchen. Letzterer sitzt an Baumstämmen, Mauern und Bretterwän-den, zu gleicher Zeit. Die Raupe ist im April und May auf allen Arten von zahmenund wilden Obstbäumen des Kern- und Steinobstes, auf Eichen, Linden,Ulmen, Maßholder, Haynbüchen, Weiß, und Schwarzdorn, Haseln undR o sensträuchen anzutreffen.
Fortpflanzung. Das Weibchen wird bey der Begattung nicht, wie mancheglauben, von dem Männchen auf die Bßjnne getragen, wozu letzteres zu schwach wäre,sondern ersteres kriecht nach der Begattung am Stamm in die Höhe, um seine zahlreichenEyer, zu 2;o und mehreren, an bequeme Stellen Unterzubringen.
Feinde. Diese sind die mancherley Arten von Singevögeln, Sperlinge, Finken,Meisen, Rorhschwänzchen, Grasmücken, Kuckuke, besonders Meisen, Goldhähnchen undLaubvögelchen (Motacilla rtifa, Fitis) und viele Arten der Zehrwespen, auch die an-haltende Nasse, wie oben bemerkt worden.
S chaden. Die Verwüstungen dieses Jnsects sind oft sehr groß und ihre Mengeunzählbar, mehr aber im nördlichen, als in den gemäßigten Erdstrichen. Und doch wirdman in Deutschland kaum einen Baum finden, auf dem nicht wenigstens etliche hcrbergten,denn alles gibt ihnen annehmliche Kost. Bey der ihnen günstigen Witterung nimmt ihreVermehrung so zu, daß eö um den Schmuck unserer Bäume und um unsere Oösterndtegeschehen ist; wo denn der Nichtkenner eine Verwüstung anstaunt, von der er, weil dieRaupe so versteckt lebt, keine Ursache sah. Daher die kahlen Bäume erst ein Paar Monatespäter wieder grün werden. 1767 war dies der Fall auf einem Berg bey Culmbach, wo
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