Band 
Dritter Theil.
Seite
742
JPEG-Download
 

742

Dritte Horde der Phalänen, die Spanner. Vierzehnte Familie.

Raupe nährt sich auf Buchen, wo sie 1802 zu Ausgang dcsMays in demSteinacherForst des Sachsen -Meiningischen Oberforsteö Sonneberg, stellenweise in großer Mengesich zeigte, und am liebsten von dem damals sehr häusig erftornen jungen Buchenlaubsich nährte, und die unerfrornen Blätter nur durchlöcherte. Diese unerwartete Erschei-nung einer neuen Holzverderberin erregte anfänglich Besorgnisse, die aber hernach wiederverschwanden. Durch Zufall mioglückte jenesmal ihre Entwickelung in eine Phaläne,weil eine Menge sehr kleiner Ameisen sich den Weg durch den wirklich engen Raum des vonSaicendraht gestrickten Deckels des Raupen- und Puppenbehälters zu machen gewußthatte, so daß keine der Raupen und Puppen davon kam. Diese Insecten, die Amei.sen, sind also wohl keine unbedeutende Feinde der Sommerbüchenspannerraupe. Zu einerandern Zeit hatten wir diese Art auf Weißdorn, desgleichen auf Eichen allemalsehr einzeln gefunden, ihre Verpuppung bald zu Ende des Mays, bald im JuniuS spä-terhin wahrgenommen, worauf sich zu Ende des OctoberS der oben beschriebene Span-ner entwickelte. Es ist schade, daß man bey Erziehung derjenigen Spannerraupen, derenPuppenruhe lang währt (denn die eine kurze Puppenruhe haben, sind leicht zur Verwand,lung zu bringen), auch bey allen befolgten Vorschriften dennoch seine Mühe so äußerstselten belohnt sieht. Denn auch die, welche in andern Schachteln verwahrt, den Amei-sen nicht zum Raube wurden, trockneten ein, statt sich zu entwickeln.

Anmerkungen, i) Aus der Familie der Fadenraupen, bogen striemigen Spanner, w»die Raupen außerordentlich dünn, fast schnürchen« oder fadenförmig sind, und sich in einerErdhöhle verwandeln; die mehrentheils weißlichen, an den Hmterflügcln etwaswinklichenS pan«ner aber über alle Flügel r oder 3 ein wenig ausgcschwungenc düstre Qucerlinien, zwischen die-sen meistens einen schwarzen Punct und gegen den Hinterrand einigen Schatten oder eine Reihedunkler rundlicher Flecken haben, leben folgende auf Forstunkräurcrn:

a. Der im May , und dann wieder im Julius in Grasplätzen in Wäldern vorhandene, sehr schöneS chwelcnsvann er, Phal. Geom. Vibicaria, L in. der in denLiiineisch en (859.198.),Wiener, Fabricius-, D ra hm-, Dorkhausen- und Espcrschen Schriften (V. tab. 3.fig. 3 — 8- mit Raupe) unter obigen Namen, desgleichen als Cruentata Scopoli, Rubrofasciataim Naturforscher XI. Rubrociliata Goezens, Purpursirtch, gestriemrer Nachtvogel, Regen-bogen (beym G ladbach), rothes Band, rochbandirkcr Spanner, Purpurmcsscr, vorkommt,wohin auch Kühns Abbildung im Naturforsch. III. t. 1. fig. 3. unt> Schäfferi Iconest. 12. f. 5. gehören, hat ein Ausmaß von einem Zoll, 2 Linien, und vier bleichledcrgelbe miteinem Mittelpunct und roscnrolhcn Linien verschönerte Flügel; drey davon schmücken die vorder»,und zwey die etwas eckigen Hinterflügel. Der Raum der beyden äußersten Linien ist bald zumTheil, bald völlig rosenrolh ausgefüllt. Die Franzcn sammt ihrer Einfassungslinie haben dienämliche Farbe. Auf der eben so gezeichneten Unterseite ist die gelbe Grundfarbe mit Röthlichgemengt. Das ganze Zusect ist ledergelb und die Fühlhörner an beyden Geschlechtern gekämmt.Seine schlanke, geschmeidige, zimnietbraune, vornen und hinten helle, bey den Wienern aufDergschmiele» (Aira montana I,.), nach Esper aber und Schwarz auch auf Desen-pfricmeu hauptsächlich lebende Raupe mit weißem, kleinem Kopf, hat an jedem Ringeinen schwarzen Einschnitt, und spinnt sich sowohl im Zunius, als das zweytemal im August

oder