Die Ameisen.
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Zwölfte Gattung.
D i e Ameisen. F O r rn i c a e , L i n.
Gattungskennzeichen nach Sinne'.
Der Kopf ist fast dreyeckig, unten mit 2 scharfen gezahnten Freßzangen bewaff-net, die Stirn ist breit, unter weicher sich die zwey Fühlhörner, und hinter densel-ben drey schwarze Neben äugen befinden. Zwischen dem Vorder- und Hinterleib zeigtsich ein aufgerichtetes Biättchen oder Schüppchen, und bey den Weibchen und arbeitendenZiwikttrn ein verborgener hohler Stachel. Männchen und Weibchen haben 4 Flügel,dbe Zwicker keine. Die zwölf, oder dreyzchngliederigen Fühlhörner find gebrochen. Derey förmige Hinterleib ist durch einen kleinen Sliel mir dem Vorderleib verbunden, und führt,w.as die Zwitter und die Weibchen, die dicker und langer als die Männchen sind, betrifft,einen Stachel, aus welchem, so oft sie damit verwunden wollen, ein scharfer beißenderS aft fließt, welcher einen kleinen Geschwulst und Jucken verursacht, wenn man von ihnengestochen wird. — Da einige derselben, besonders unter unsern Europäischen die rotheWaldameise, Formica rufa L. , in einer gesellschaftlichen Verfassung äußerst zahlreichbeisammen leben, und fast so wie die Bienen arbeitende Geschlechtslose unter sich haben,welche flügellos und noch kleiner als die Männchen sind, aber in noch weit größerer Zahlals die Mannchktt »nd Weibchen vorhanden sind: so machen eben diese flügellosen Zwitterdie eigentlichen.Bewohner der großen Colonien aus, und dulden die trägen und arbeitscheuenGeflügelten, nach geschehener Fortpflanzung und Vermehrung, länger nicht unter sich;sorgen aber desto treulicher für die vorhandene Brüt derselben, die sie in ihren, mit vielenverworrenen Gangen unter der Erde augclegken, und im Frühling vergrößerten Ameisen«harifen bey sich haben. Die Männchen pflegen sich >m Freyen aufzuhalten, und die Begat«tung geschieht bey schönen Tagen des Abends im Fli^;, und das Männchen stirbt gleichnach der Begattung. Das Weibchen verliert nach derselben die Flügel, legt die Eyer undstirbt ebenfalls. Im Wiriter bringt das ganze Volk ohne Nahrung seine Zeit in einer völlt«gen Erstarrung zu.
Ihre Eyer sind äußerst klein, kaum sichtbar und sehr weiß; die Larven kleinefußlose Maden, und haben eine haarige, geringelte Haut. Die eingcspounencn Puppen,welche mißbraulich Ameiseneyer genannt werden, sind oft größer als die Ameisen selbst, undenthalten das beynahe schon ausgebildete Jnstck. Erst findet man in einem Haufen diegrößten weiblichen, dann die etwas kleineren männlichen, und nach 14 Tagen bis 4 Wa-chem etwa erst die gewöhnlichen geschlechtslosen Puppen ").
So oft man sie bey den Blattläusen sieht, findet man nie, daß sie solche verletzen;nur ihren Saft lecken sie auf. Desto unverträglicher beweisen sie sich gegen die, so nichtzu ihren Colonien gehören, und da geht es, so oft sich zweyerley Parthien begegnen, imKampf gemeiniglich auf Leben und Tod.
Sie
*) Die Vögel fressen die großen Ameisenpuppen nicht so gern, als die kleinen geschlechtslosen. D.