985 D!e Ameisen.
Sie sind den Gewachst, theils schädlich, theils nützlich; nach Gleditsch H.S. 6z6. schädlich, weil he die feinen Haarwurzeln der Waldbaume und Sträucher heschä.digen; nützlich, weil sie, was ihnen von Raupen und Larven aufstößt, so verletzen, daß,obwohl das verwundete Jnfect nicht gleich stirbt, doch sicher darauf gehen muß.. Wozunoch kommt, daß sie uns in anderer Rücksicht zu einem guten Weihrauch beförderlich unddurch den sogenannten Ameisen-Spiritus nützlich werden.. Da also im Grunde das Nütz.liche dieser Thierchen den Schaden überwiegt, so thut man nicht unrecht, sie zu den scho«nenswerthen zu ordnen. Auch todte Thiere geben ihnen Nahrung. Und ob sie gleich auchBaumfrüchte, Brod, Zucker und Getraidekörner aufsuchen, denen sie den Keim erst ab.beißen, wovon sie wenigstens im Frühjahr sich nähren: so sind e6 doch ihre eigentlichenund beständigen Nahrungsmittel nicht, und nur einige der Äußer-Europäischen Arcen,z. B. Formica omnivora in Amerika u.s.w., werden durch ihre großen Räubereyenschädlich.
Die sogenannten weißen Ameisen aber sind eigentlich Termiten (lerrnes F ab.),und ebenfalls Ausländer.
Um die Ameisen aus den Zimmern u.s. w. zu vertilgen, dient: a) ein in Honig.Wasser gefeuchteter Schwamm, den man Abends auf den Stubenboden legt, und am Mor-gen in eine tiefe Schüssel wirft; über die alsdann herauskommenden Ameisen gießt man sie-dendes Master; oder b) Syrup in eine Scherbe gethan, und die dahin gezogenen Amei-sen am Morgen darauf eben so getödtet. — Diese Jnsecten von den Früchten der Pfirschenund andern Obstes abzuhalten, gieße man von der Gur oder Säure des eingemachtenSauerkrauts eine bis drey Gießkannen voll auf den Ameisenhaufen. Reichs-Anzeiger1804. Nr. 146.
Die Gattungskennzeichen nach Fabricius, zu dessen Piezaten - Ordnungsie gehören, sind folgende: Ameise, 161., Formica: Die Freßfpitzen sind ungleich,und haben cylindriscbe Glieder; die Lippe ist etwas haarig, cylindrifch, abgestutzt; au derSpitze stehen die Freßfpitzen; die Fühlhörner sind fadenförmig. Die Nebenkennze i-chen sind: Der Körper ist verlängert, glatt, behende; der Kopf groß, hervorg? streckt,eyförmig, oft breiter, als der Vorderleib; die Augen sind klein, rund, und stehen an denRändern; die Fühlhörner sind etwas lang (das zweyteGlied aber sehr tang und gekrümmt),und mitten auf der Stirn eingefügt; der Vorderleib ist verlängert, plattgedrückt und dünn.Zwischen dem Vorder- und Hinterleib geschieht die Verbindung mittelst eines kleinenStiels, nebst einem deutlichen eyförm.igen Schüppchen; der Stachel ist hohl und verborgenliegend; die vier Flügel find sich nicht gleich, öfters fehlen sie gänzlich. Die Füße sindverlängert und zum Gehen gemacht; die Fußblätter sind fünfgliederig. Das Infect Hateine dunkle Farbe.
Von den iZ Linne ifchen und 60 Fabriciufifchen Arten ziehen wir fol-gende aus.
1 , Die