Band 
Zweytes Bändchen.
Seite
570
JPEG-Download
 

57 ° -

Bettanzügen u. s. w. Die schöne weisst Farbe,die Reinheit, Geschmeidigkeit und Weiche derOberfläche, wodurch sie nicht, wie wollene, oderbaumwollene Zeuge die Haut drikelt, auch dieLeichtigkeit, womit sie wieder rein gewaschenwerden kann, haben die Leinwand zur Beklei-düng so sehr beliebt gemacht; aber eben darumist das öftere Wechseln der Leinwand auch um sonothwendiger zur Erhaltung der Gesundheit,und selbst bey Ausschlagskrankheiten bleibt die-ses Wechseln, mit gehöriger Vorsicht bewerkstel-liget', äußerst nothwendig.

Den Wundärzten ist die Leinwand zu den verschie-denen Binden und Compressen, womit sie nachErforderniß den Verband anlegen, auch äußer-lich verschiedene Arzneyen anbringen, unentbehr-lich.

Man bereitet auch Dachte zu Lichtern aus dem lei-nenen Garne; sie werben langsamer von derFlamme verzehrt, aber brennen nicht so hell,und müssen viel öfter mit der Lichtschere ab-gekürzt werden. Auch muß der Flachs zu die-sem Gebrauche trocken gesponnen werden, wel-ches eine mühesame Arbeit ist, und gewöhnlichvon alten Weibern verrichtet wird. Angezünde-te und, ehe sie ganz zu Asche gebrennt ist, wie-der ausgelöschte Leinwand wird als Zunder zumFeuerschlagen benützt. Die ausgezupften Fädenvon gebrauchter Leinwand, oder die durch dasSchaben erhaltenen Flocken liefern den Wund-ärzten dieCharpie und Plumaceaus. Auchwill man Hüte aus dem Flachs verfertiget ha-