8. Abschn. Belagerungskrieg. 271
eine auf der Erfahrung und wirklich erwiesenen Säßenberuhende Theorie zu begründen; Dienten vielmehr da-zu: den großen Mann selbst zu verfuhren, und beiseinen Zeitgenossen eine Menge falscher Schlüsse zuerzeugen.
§. 276.
Die Tournayschen Versuche sollten eigentlich denWiderstand der Eroinasse, das Verhältniß der Pulrvermenge zu demselben und endlich die Größe desTrichters, oder der durch die Mine in der Erde ent-standenen Aushöhlung bestimmen. Man legre daherin einer Tiefe von 12, von 26 und endlich von 38Fuß Minenkammcrn an, und suchte nun durch wie-derholte Versuche die zu einer jeden Tiefe gehörigePulvermenge zu finden, mit der man den möglichstgrößten Trichter erhielt. Weil man jedoch ganz keineRücksicht weder aus die verschiedene Zähigkeit oder denZusammenhang des Erdbodens, noch auch auf die Formdes Kastens nahm, in welchen die Ladung der Mineverschlossen war; konnte man auch nicht anders alshöchst schwankende Resultate erhalten, die sich blosdarauf einschränkten: daß die obere Weite des Trich-ters der doppelten Linie der kürzesten Widerstandslinie,oder der Höhe des Erdbodens über der Minenkammergleich sei, und daß die Pulverladungen in dem kubi-schen Verhältnisse der herauszuhebenden Erdmasse zu-nehmen müsse.
§. 277.
Auf diese Säße gründete Vauban die Berech-nung seiner Tafeln der Minenladungen für jede Liniedes kürzesten Widerstandes von zwei bis auf sechzigFuß. Obschon aber bei den deshalb angestellten Versu-chen über 23000 Pf. Schießpulver verbraucht worden
waren;