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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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vereinzelten Bildung- auf den Mycelien.

Bei der Sporenkeimung gellt die('on i dienhil dun g gleichsam in einem einmaligen Act der Steigerung zu einer neuenund sicher höheren Stellung in Köpfchen über mit gleichzeitiger Anlage und Aus-bildung des Köpfchens, auf den Mycelien sinkt die Conidienbi 1 dung beigleicher Form auf ungleichzeitige Ausbildung und vereinzelte Stellung zurück.

Es ist vom höchsten Werthe, hier bei Xeovossia constatiren zu können, dass dieFadenconidien ursprünglich auf Mycelconidien in einzelner Stellung zurückgehen, undaus diesem Vorkommen die einmalige Steigerung derselben Coni dienbi 1 dun gals die höhere Form nur allein bei der Sp oren keim ung sicher ableiten zukönnen. Wir bekommen hier in den unmittelbarsten Febergängen das Verständniss, wiesich aus einer einfachen Conidienform die Bildung der Hemibasidie, mit zufälliger Ein-schaltung der Chlamydosporen als Brandsporen, in gesteigerter Entwicklung vollzieht undzunächst nur zu der veränderten Stellung der Conidien in Köpfchen, die aber nur einmalauftreten, führt, ohne noch die Form der Conidien zu berühren. .Denken wir uns nun,dass die Fadenconidien auf den Mvcelien nicht mehr gebildet werden, und hier nurallein die Sichelconidien auftreten, so liegt die Spaltung der Conidienform in ein-fache Mycelconidien in Sichelform und in die der höheren Köpfchenstellung in Faden-form, die nur einmal und zwar allein noch bei der Sporenkeimung zur Erscheinungkommt wie bei Tilletia, also die Spaltung- in zwei scheinbar weit verschiedene Formen,so klar wie möglich vor Augen. Wir können nun Schritt vor Schritt dem Gangeder 1 )ifferenzirung der einen ursprünglichen Conidienform in zwei und der Steigerung-der einen zu Köpfchen als Hemibasidien, die nur einmal erscheinen, natürlich folgen,während sie zugleich hiermit aus den Mvcelien verschwindet, allwo die andere alsXebenfruchtform neben der ersten fortbesteht. Sobald dann auch die Hemibasidiedurch bestimmte Ausbildung und Sporenzahl zur wirklichen Basidie wird und nebendieser die Mvcelconidien fortbestehen bleiben, haben wir schon die Steigerung zu derhöheren Form eines Autobasidiomyceten, die nebenher in Conidien fructificirt, voll-zogen. Der Werth des Auftretens der Fadenconidien der Sporenfruchtträger auf denMycelien wurde mir in der Erwägung, wie ich sie eben habe eintreten lassen, sofortbei der ersten Beobachtung klar, und ich glaube, dass es kaum ein instructiveres Beispielfür die einfache und natürliche morphologische Steigerung von einer Conidienformzur höheren Basidie mit gleichzeitiger Abspaltung einer Xebenfruchtform geben kann,als es hier in Xeovossia vorliegt. Mit Rücksicht auf diese Verschiedenheit von dersicher nahe verwandten Tilletia, die noch durch die reichen Conidienküpfchen gesteigertAvird, erlaube ich die Gattung Xeovossia neben Tilletia als vollberechtigt gelten lassenzu können, ln Xeovossia würde die einfachere Form vorliegen, aus welcher sichTilletia in der Beschränkung der Fadenconidien auf die Sporenkeimung in sporen-ärmeren Köpfchen ableiten lässt. Von der weiteren Cnltnr der Xeovossia Moliniae