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Are der Erde
wo der Englische General Roy beinahe eine ganze Klafter aus der Richtungkam. — Der Anfangs - und Endpunkt der Standlinie einer großen LandeS-Messung wird durch eine auf den Boden in einer gewissen ausgemauertenTiefe eingelegte Mctallplatte, durch ein darauf verzeichnetes Kreuz, dessenDurchschnittspunkt senkrecht unter jenen Anfangs - und Endpunkten der Mes-sung liegt, kenntlich gemacht. — Gewöhnlich wird für eine Standlinienmes-jung mit Meßstäben, eine ziemlich ebene Gegend und eine solche ausgesucht,/wo man die Richtobjecte ganz deutlich erkennen kann. Je öfterer man die jjjStandlinienmessung wiederholet, um desto mehr kann man sich von der Zu-'vcrlässigkeit des mechanischen Geschäfts versichern; man nimmt hierbei aus •mehreren Resultaten das arithmetische Mittel. ,
3) Die Meßschnure (ihre Einrichtung siehe Meßschnure) wird nur ,gebraucht, wenn eine kurze horizontale Entfernung zu bestimmen ist, wo es.auf einige Zolle, ja auf einen Fuß ab und zu, nicht ankommt. Wegen ihrerLeichtigkeit im Behandeln und da man sie von beträchtlicher Länge haben kannund sie überdies leicht portatible ist, so wird sie zuweilen gebraucht; jedoch ;da sie bei abwechselnder Temperatur der Luft große Verschiedenheiten in ih- ■rer Länge zeigt, so kann auf keine sonderliche Schärfe gerechnet werden. Um ;sie etwas unempfindlicher gegen die Feuchtigkeit zu machen, siedet man sieauch wohl in Oel oder reibt sie mit Wachs ein.
4) Zuweilen bedienet man sich auch wohl der S ch r i t t e. (Siehe A b sch r e i-t en). Es ist dieses die schnellste und bequemste Weise, aber auch die Unzuver- ^lässigste, um die Länge einer Linie zu bestimmen. Bloß bei flüchtigen Arbei-ten oder bei kleinen unbedeutenden Detailaufnahmen in Dörfern, bei Bestim-mung minder wichtiger Krümmungen eines Weges, wird davon Gebrauch ge-macht.
Wie Horizontalentfernungen mit dem Barometer zu messen sind, sieheBarometer messung.
Are der Erde. Rennt man diejenige eingebildete gerade Linie, dievon einem Pole zum andern führet. Sie enthält nach Hrn. Pros. KlügelsBerechnungen*) 6524894 Toisen. — Daß die Erde sich wirklich um ihreAre drehe, ist durch die sorgfältigsten Versuche mittelst des Sekundenpendels,das bei gleichen Zeitschwingungen unter den Polen länger seyn muß, als un-ter dem Aequator, weshalb auch unter diesem die Elementarkraft der Schweregeringer als unter den Polen ist, erwiesen worden. — Die Erde drehetsich bekanntlich in jedem Tage einmal sammt ihrer Atmosphäre von Westennach Osten um ihre Are. Diese Arendrehung ist ganz gleichförmig und er-folgt in derselben Zeit, in welcher die Firsterne um die Erde zu laufen schei-nen. Um die Geschwindigkeit dieser Arendrehung zu bestimmen, so bedenkeman, daß das Licht 16 Minuten 14 Sekunden Zeit braucht um den Durch-messer der Bahn der Erde zu durchlaufen, also 3060 Sekunden um eine die-ser Bahn gleiche Entfernung zurückzulegen; da die Erde aber in einem Jahrediese Bahn zurücklegt, so folgt wohl hieraus, daß die Geschwindigkeit desLichts nur 10313mal größer ist, als die der Erde, und es ergibt sich durchausgeführte Recknung, daß unter dem Aequator die Geschwindigkeit der Dre-hung etwa von der Geschwindigkeit ist, mit welcher die Erde in ihrerjährlichen Bayn fortrückt. — Noch ist hier eine merkwürdige Erscheinungder Erdaxe zu erwähnen, nämlich das Wanken derselben; man verstehethierunter die veränderte Neigung der Erde gegen die Axe derEkliptik. Sie ist eine auffallende Wirkung des Mondes auf unsere Erde.Es ist wegen der größeren Nähe des Mondes ihre Wirkung genial stärkerals die der Sonne, aber hierbei höchst ungleichförmig. Man kann anneh-me», daß die mittlere Neigung der Ebene seiner Bahn gegen die Ebene derEkliptik 5<r Grad beträgt, er ziehet daher die Erde bald nach dieser baldnach jener Richtung, im Ganzen aber immer gegen die Ekliptik, es istnämlich bei der Bewegung des Mondes die Neigung seiner Bahn gegen den
') Dode's Anleitung zur allgemeine» Kenntniß der Erdkugel.S. 194.