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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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45
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Boussole 45

ganze Instrument ruhet auf einer messingnen Säule, die nach oben zu ineinen erhabenen Teller sich endiget, an welchen es mit drei oder vier Fin-gerschrauben f befestiget wird. Das Ende der Säule gehet durch eine amRande gezahnte Scheibe g, so daß sich der Zapfen der Säule und also auchder obere Kreis, nach jedem Azimuth stellen läßt. Der eingetheilte ^KreiSh am untern Ende der Säule hat an dem einen Ende, um dem Instru-mente eine sanfte Bewegung geben zu können, einen in den gezahnten Randdes Kreises eingreifenden Nvnius mit Mikrometerschraube, an dem anderneine Preßschraube zum Feststellen desselben. Endlich stehet noch das ganzeWerkzeug auf einem dreiarmigen Fuße i von Holz, durch dessen Ende dreiverticale Stellschrauben k gehen, deren grobe Stellung noch durch einen we-nigstens unter einer der Schrauben angebrachten Hebel mit feiner Schraube,gemindert werden kann. ES können auf diese Weise dem Werkzeuge vierer-lei Bewegungen ertheilet werden, Istens beide Fernröhre können gedre-het und befestiget werden; 2tens der obere Kreis kann beim Feststehender Säule noch um seine Axe beweget werden; ZtenS die Säule ist sammtihrem Aufsätze durch die untere Scheibe am Fuße derselben zu bewegen und4tms kann die Neigung des obern Kreises nach zwei verschiedenen Lagen,einmal mittelst der Wellenachse des Trägers und dann auch durch die Fuß-schrauben bewirkt werden»). Ein solches Instrument wie es von Mechain

S und Delambre bei der französischen Gradmessung ist gebraucht worden, kannmittelst Rcpetition, Winkel bis auf 5 Sekunden gewähren.

Soll der Bordasche Kreis zu Beobachtung von Bertikalwinkeln gebrauchtwerden, so muß sowohl mit dem obern als untern Fernrohre eine röhrenför-

I mige Libelle in Verbindung gesetzt werden.

Es sind noch von einigen englischen Künstlern Abänderungen dieses Werk-. zeugs vorgenommen und empfohlen worden, da sie aber im Wesentlichen im-! mer dieselbe Einrichtung haben, so kann hier davon weiter keine Erwähnunggeschehen.

Boussole. Dieses ist eine in einem cylindrischen Gefäße eingeschlos-sene Magnetnadel, die zur Verwahrung nach oben, mit einem Glasdeckel, versehen ist- Die Länge der Nadel ist zwischen 4 und 8 Zoll, auch ist sie

\j auf der einen Seite, die bekanntlich immer die Richtung ungefähr nach Nor-

den nimmt, zugespitzt. Der Stift, auf welchem sie ruhet, muß conisch ge-formt und senkrecht auf dem Mittelpunkt des Gehäuses errichtet seyn. Da-< mit die Nadel nicht vom Stifte herunterfalle, so ist sie oben mit einem- Hütchen versehen, das von einer festen Masse seyn muß', sonst bohrt sich nachund nach der Stift bei langem Gebrauche durch. Der innere Rand der Bo-' denfläche des Gehäuses wird gewöhnlich in 360 Grade abgetheilet und au-ßer der Linie des durch N. u. S. bezeichneten magnetischen Meridians, ist- noch der wahre Meridian annähernd darauf bezeichnet. Endlich findet man

l auch an verschiedenen Bouffolen die Einrichtung, mittelst einer Stahlfeder

die Nadel vom Stifte herabzuheben und selbige sammt dem Hütchen an die: Glasdecke anzudrücken. Der Zweck dieser Vorrichtung ist, um beim Hin-und Hertragen der Boussole ein Aushöhlen des Hütchens durch den Stiftj wodurch dann die freie Bewegung der Nadel unterbrochen würde,) zu vcr-' hindern.

< Was die Nabel selbst anbelangt, so muß selbige vom besten Stahle ge>j fertiget, und blau angelaufen seyn. Die rechtwinkliche parallelepipedischeForm, ohne alle Verzierung, ist die beste. Uebrigcns muß die Nadel bisaufs Maximum magnetisiret und gehörig ins Gleichgewicht gebracht seyn.Diese gewöhnliche Art Boussole befindet sich entweder an oder auf einemi Meßtische jangeschraubt oder angeschoben, auf einem Astrolabium, Theodoli-i ten oder auch auf dem Diopterlineale.

») Die hier mitgetheilte Zeichnung Fig. ist grißeenkheils Covie einer dfml»

1 chen in Schul ; Monianus systematischem Handbuche der gesammten kand- und Erd-i Heilung ic. befindlich.