96 Erddurchmesser Erdzone
gleich dem Unterschiede der Länge ist. Die Seite fb läßt sich nach der sphä-rischen Trigonometrie auf zweierlei Weise finden:
a) es ist nämlich cos. fb = siu. fp . sin. pb . cos. fpb-}-cos. fp.crt, bp;oder auch, man theile das sphärische Dreieck fpb durch das von b auf fp ge-fällte Perpendikel bd in zwei rechtwinkliche Dreiecke, wodurch die Seite fpsich, in szwei Theile x und y theilet, es ist dann:
b) taug. x=:tang. bp . cos. fpb und y — fp — xcos. x. cos. bp — cos. y. cos. bf.
Die Formel (b) ist unstreitig bequemer zum Rechnen als die (a), weilbei dieser weitläufige Multiplicationcn mit Sinusen vorkommen, und mannicht durchaus mit Logarithmen rechnen kann.
Erddurchmesser. Eine sehr zuverlässige Theorie und vielfältigeErfahrungen haben gezeigt, daß unsere Erde nicht kugelrund, sondern eingedrücktes Sphäroid (siehe Artikel Abweichung) von ungleichen Durchmessernsey. Räch Maupertuis - und Bouguer findet man folgende Bestimmung derErddurchmesser; ersterer gibt den größren Durchmesser zu 6262)80 Toise»und den kleineren zu 65256M Toisen, letzterer den größern zu 6262026Toisen und den kleinern zu'6525377 Toisen an. Halt man Maupertuis An-gabe für richtig und betrachtet hierbei die Erde als eine Kugel, deren Halb-messer 3272020 Toisen hält, so findet man dann durch eine leichte Rech-nung die Lünge eines Grades 57107,5 . . . Toisen und demnach die Größeeiner Meile, 15 auf einen Grad des größten Kreises gehend, 3807,2. . . Toisen.Mehr hierüber kann man nachlesen in Bodes Anleitung zur Kenntniß derErdkugel und in Gehlers physikalischem Wörterbuche.
Erdferne und Erdnähe. Bekanntlich ist die Bahn der Erde umdie Sonne fast kreisförmig, jedoch befindet sich die Sonne außerhalb des ei-gentlichen Mittelpunktes. Die Erde ist' also der Sonne in manchenZeiten naher, in manchen Zeiten entfernter. Wir erkennen dieses durch dieveränderte Größe der Sonnenscheibe, deren kleinster Durchmesser nach Shortsvorzüglich sorgfältigen Messungen 31' 18" der größte aber, etwas minderzuverlässig, weil die Sonne Anfangs Januar sehr niedrig stehet, und dieStrahlenbrechung die Beobachtung ungewiß macht, zu 31' 3" angenommenwird. Wir nennen den Punkt, wo im Sommer die Sonne von uns amweitesten entfernt ist, die Erdferne (Apogaeum) und im Winter, wosie um nächsten ist, die Erdnahe (Perigaeum). Beide Punkte, die Erd-nähe und Erdferne, die immer 180 Grade auseinander liegen, begreift manauch unter dem gemeinschaftlichen Namen Apsiden. Bereiniget man beidePunkte durch eine gerade Linie, so wird dieses ein Durchmesser der Him-melskugcl und gehet durch den Mittelpunkt der Sonne. Vergleicht man äl-tere Beobachtungen mit den neuern, so zeigt sich, daß die Apsiden sich all-mählig, wiewohl sehr langsam, am Himmel verrücken, ihre Länge nimmtjährlich um eine Minute 6 Sekunden zu.
Erdzone (Erdgürtcl, Erdstriche, Zonae) nennt man diejenigen fünfTheile, in die die Oberfläche der Erde durch die beiden Wendekreise unddie beiden Polarkreise abgetheilet ist. Der heiße Erdstrich ist das Stück Erd fläche , welches sich zwischen den beiden Wendekreisen befindet und in derMitte den Aequator hat. Es beträgt dieser Wendekreis 47° — 705 geogra-phische Meilen, dabekanntlich jeder Wendekreis vom Aequator 23}" abstehet —ihr Flächenraum 3,701158 Q.Meilen oder 0,398 der ganzen Erdfläche. —Jeder der beiden gemäßigten Erdstriche znnschen den Wende- und Polar-kreisen gelegen, hält 43° — 6)5 geographische Meilen — da der Polarkreis66} Grad vom Aequator abstehet, 66} — 23} — 30 ist. — Die Fläche ei-nes jeden hält 2,405462 Q.Meilen, oder 0,260 der ganzen Oberfläche derErde. Die kalten Erdstriche stehen ebenfalls 23} ° von ihren Polen ab, siebilden daher einen Kugelabschnitt, dessen Breite überall einen Bogen von