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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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Felder aufzunehmen

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47° = 695 geographische Meilen ausmacht. Der Flächenraum eines jedenkann zu 584924 Q.Meilen oder 0,4100 der Erdfläche angenommen werden.

Mehr hierüber findet man m Bode's Anleitung zur allgemeinen Kennt-niß der Erdkugel, Errlebens Naturlehre, herausgegeben von Lichtenberg,Gehlers physikalischem Wörterbuche und Hube's Naturlehre.

Etalon. Siehe Normalmaßstab.

Farben. Zum Unterscheiden der Gegenstände werden diese bei Rissenund Charten sehr häufig gebraucht. Körperliche Farben taugen hierzu abernicht, sondern man wählt zum Jlluminiren nur solche Tuschfarben, dre denGrund der Zeichnung noch deutlich erkennen lassen. Las mehr oderweniger Dunkle der Farbe richtet sich gemeiniglich nach der Größe desRaumes, der damit bcstrichen werden soll, so daß, je größer die Fläche ist,desto schwächer der Kon, und je kleiner, je tiefer er gehalten werden muß.Als Stoffe zum Colorit eignen sich besonders folgende wenige:

1) der rothe C arm in. Es ist dieses eine sehr schöne aus Cochenillegezogene rothe Farbe; der feinste spielt ins Rothe, der schlechte ins Violette.Er wird mit etwas Gummi oder Zucker, und will man ihn von besonderemGlänze haben, mit einigen Tropfen Citronenfaft ausgelöst.

2) Das chemische Blau will besonders vorsichtig behandelt seyn,wenn es nicht flecken soll, und dieserhalb ist eS weniger im Gebrauche, alsdas rectificirte Kobaltblau. Beide Pigmente müssen aber außerordentlichfein gerieben und mit vielem Wasser zu einer blaßblauen Farbe geschwächtwerden.

5) Gummigutti. Diese bekannte schön hochgelbe Farbe wird mit Was-> ftt klar gerieben; wenn sie ins Röthliche spielt, ist dies ein Zeichen ih-j rer Güte.

4) Der dcstillirte Grünspan oder die sogenannte grüne Dinte, gibt, be-sonders mit etwas Gummigutti gemischt, ein schönes Grün; will man esdunkler haben, so muß man die Dinte bei mäßiger Wärme eintrocknen las-sen, beim jedesmaligen Gebrauche aber mit etwas von der uncingetrockne-ten Flüssigkeit wiederum auflösen.

Carmin mit Gummigutti gemischt, gibt eine Zinoberfarbe, etwas Lu-sche darzu, gibt Braun. Blau und Roth gibt Biolctt rc.

Nur wenn es der Gegenstand des Risses erfordert, daß die Farben sichscharf und in vielen Abstufungen von einander trennen sollen, muß manauch zu andern Stoffen, die theils schneller der Vergänglichkeit unter, orfenfind, wie viele vegetabilische Farben, theils den Deckfarben nahe kommen,seine Zuflucht nehmen. Unter dem Artikel: perrographlsche Charten, ist nocheiniges hierüber gesagt.

Felder aufzunehmen. Im Wesentlichen sind hier alle die Regeln zubeobachten, die überhaupt bei allen Decailmessungen und bei den sich dar-aus gründenden Rissen in Anwendung kommen; insbesondre ist aber bei öko-nomischen Messungen aus folgende Gegenstände Rücksicht zu nehmen:

1) auf die Umgrenzungen der Felder, sey es nun,

a) wiederum mit Feldern, die aber andern Besitzern gehören oderk>) mit Grundstücken anderer Art.

Hier müssen alle etwa vorsindliche Grenzsteine, Grenzpfählc, Grcnzhamsen genau angegeben und wo es der Maßstab gestattet, sogar die Breiteder Rinne markiret seyn.

2) auf die Lage des Feldes. Hierher gehöret die Bezeichnung der Ebe-nen und der schiefen Flächen, der auf dein Felde befindlichen Kuppen,Schluchten, Ränder, Kamme rc.

3) auf die Beschaffenheit, wohin zu zählen ist, die Bemerkung allerrorsindlicher Waffergallcn, Brandflecke, zu Lage ausgehender Steinhorste rc.