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Graduirung einer geographischen Charte
dem, waS hier angeführet ist, wird man im Artikel Abplattung auch erwähl»finden, es war diese Wiederholung um den nöthigen Zusammenhang nickt zuunterbreche», fast unvermeidlich.) Ganz neuerdings in Ostindien unter Auf-sicht der örtlichen Beamten, hat Herr Obristlieutenant Lambto» zu versckie-dencn Zeiten, einen Bogen der Mittagslinie, welcher sich von 8 ° !)'38" bis zu 18 ° 3' 28" nödlicher Breite erstreckt, gemessen, den größtenBogen, der noch auf der Erdoberfläche gemessen worden ist. Aus einer Ue-bersicht dieser Operation ergibt sich, daß ein Grad der Mittagslinie am Erd-gürtel 68,7<>4 engt. Meilen, in dem lösten Breitengrade 69,030 und in demListen 69,105 cngl. Meilen beträgt. Nach einer Durchschnitrsberechnungenthält ein Breitengrad gerade 69iV engl. geographische Meilen.
Graduirung einer geographischen Charte. Soll eineaufgenommene und ausgezeichnete Charte in Hinsicht der geographischenLage ihrer Orte nach Länge und Breite systcmatisiret werde», sonennt man dieses die Graduirung derselbe». Es wird hierbei die Charteselbst als ein Stück eines Kegels betrachtet, dessen Are in die Berlänge-rung der Erdaxe fällt. Dicserhalb wird erforderlich, eine der Erde ähnlicheEllipsoide zu berechnen, welche die auf ihr senkrechte Kugel, in ihrem mitt-leren Parallel berühret, von welchem die Charte selbst ein Stück ist. HerrHofrath Späth gibt hierüber in seiner höher» Geodäsie München , 1818folgende Vorschrift: Die größere Ausdehnung des Landes von Norden nachSüden, oder von Osten nach Westen gibt die Bestimmung für diese Ellip-soide an und indem der zweite Fall beispielsweise auseinandergesetzt wird,werden hierbei folgende Annahmen bedungen: A sey ein Ort "des Landes,von welchem aus, man sowohl die nördlichen als auch die südlichen Abszissen,anderer auf der Charte befindlichen Orte, auf seiner Meridianlinie und durchein auf derselben genommenes Azimuth, auch die Ordinate» auf jenen Me-ridian in östlicher und westlicher Richtung genommen hätte. Es sey für die-sen Ort A die geographische Breite und das Azimuth aufs genaueste berech-net oder auch aus andern sichern Beobachtungen entlehnt; und daher die Pol-höhe zu 48° 36' 0" angenommen. Ferner sey die größte Ordinate des Lan-des von dem Meridian des Landes nach Osten zu 475288 und nach Westenzu 811Ü03 Meter*) berechnet und aufgetragen.
Soll nun die vorgelegte Charte einem Ellipsoide angepaßt werden, des-sen Arenverhältnip nach Sorlin 333 zu 334 ist, so mißt dann auf derErde:
Grade
der Breitengrad
der Längengrad
47
111153 Meter
76013 Meter
48
111171 -
74583 -
49
111188 -
73129 -
50
1111205 -
71654 -
Construiret man nun den Abstand der nördlichen und südlichen Ordinatender Cbarte, so füllt der Constructionspunkt, in die Meridianlinie des Orte»A selbst. Run gehen aber dem Parallnkreise durch den Orr, noch 18° — 47°36' oder 24' zu 48° ab, und diese entsprechen nach den oben angeführten Maßen
—. 111171 — 44468 Meter; setzt man hierzu noch den Grad 49 mit 111188 ,
so gibt die Summe 155656 Meter, und es beträgt daher die geographischeBreite des mirtlern Parallelkreises gerade 49°. Wenn nun jede der größ-ten Ordinaten des Landes, von ihrem Bogen nicht merklich abweichet, sohält die Charte in ihrer größten Ausdehnung von Osten nach Westen, in dem
Parallelkreise von 49° gerade oder 13 - Längengrad der Er-
dc. Rechnet man nun noch fürdas anstoßende Nachbarland auf jede Seite |°, so
°) Die von Hni. H. Sparh hier beispielsweise angenommenen Melermaß« werde»das Ganre nicht stire».