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entwirft, und sind solche in dem fraglichen Landstriche nicht hinreichend vor-handen, sich hierzu noch gewisse Punkte, als sich auszeichnende Bäume, be-sonders kenntlich macht, oder man läßt auch, an für die Messung vortbeil-hatten Stellen, Signalstangen errichten. Befinden sich die Ziehpunkte so nahe,daß man von einem, stets mehrere andere deutlich zu Gesichte bekommt, so istdann die Aufnahme des zwischenliegenden Terrains mit keinen weitcrnSchwierigkeiten verbunden, indem man hierbei nur die Regeln zu beobachtenhar, die beim Aufnehmen ganzer Gegenden gegeben worden sind. Die Größedes Maßstabes bestimmt gemeiniglich, wie weit man die einzelnen Terraingc-genstande noch anzugeben hat. Die Richtung der Deiche, ihr; Breite, Durch-züge, Ufermauern und die beschädigten Stellen, dürfen auf dem Riffe nichtfehlen. Arbeitet man hierbei längs eines Flusses hin, und wird man, wie diesessehr oft in Marschgegenden der Fall ist, durch Weidig und anderes Ge-strüppe an der freien Aussicht behindert, so suche man die nöthigen Bestim-mungen von dem entgegengesetzten freien Ufer, oder von Heegern und Sand-bänken aus, wohin früher schon feste Punkte gelegt wurden, zu erhalten.
Ausführliche Belehrung über diesen Gegenstand findet man in Hogrewenstheor. prakt. Unterrichte zur topogr. Aufnahme und Vermessung eines LandesS. 114 u. folg.
Maßstab. Gdundrisse sowohl als Profilrisse, stellen der Natur voll-kommen ähnliche Theile dar, da nun die Geometrie lehret, daß bei ähnlichenFiguren, die Seiten und Diagonalen zu einander in Proportion stehen, somüssen auch gewisse Linien in der Natur gemessen, den gleichliegenden aufdem Riffe entsprechen. Die Eintheilung einer geraden Linie dergestalt, daßdavon eine oder auch mehrere Einheiten des Risses abgenommen werden kön-nen, nennt man den Maßstab, und es erhält dieser noch den Vorsatz vonder dabei zu Grunde gelegten Einheit. So ist klar, was man unter Mei-len- Ruthen - Klafter- Schritt-rc. Maßstab zu verstehen hat.
Um einen ganz einfachen Maßstab zu fertigen, ziehe man eine geradeLinie ol> Fig. 103, und trage von a aus die Summe mehrerer Einheiten genb hin, in «, 3, e u. f. Der erste dieser dadurch entstehenden Abschnitte wirdnunmehro wiederum in seine Unterabtheilungen - erst i» die Hälfte oder dendritten Theil u. s. w. geschieden, wodurch sich die einzelnen Einheiten des Maß-stabes ergeben. Soll der Maßstab noch genauere Bestimmungen gewähren,so kann jede solche Einheit wiederum in die Hälfte, den vierten Theil oderin noch kleinere Einheiten getrennt werden; es erhält dann ein solcher Maß-stab das Ansehen wie Fig. 104. Gemeiniglich ziehet man die Theile, dieganze Einheiten bedeuten, etwas länger oder stärker aus, als die, die nurhalbe, vierte Theile oder noch kleinere davon, vorstellen. Der Maßstab wirddann noch beschrieben, wie die letzte Figur dies zeigt, so daß die Zifferfolgeder Zehner, von der Linken zur Rechten, die der Einheiten, von der Rechtenzur Linken läuft, und der Anfangspunkt da ist, wo sich Einer und Zehnertrennen.
Eine andere Art Maßstäbe sind unter dem Namen Transversal-maßstäbe bekannt, sie werden-vorzüglich zu sehr kleinen oder bei solchenMaßstäben gebraucht, die in mehrere Unterabtbeilungen zerfallen sollen.Hierzu werden, wenn die Summe mehrerer Einheiten auf die gezogene Linieab Fig. 105. von a nach b fortgetragen ist, die beiden Perpendikularen allund bd errichtet und auf dieselben mit willkührlichcr Oeffnung des Zirkels,so viel gleiche Theile getragen, als man Unterabtheilungen auf dem StückLinie ac haben will; in der Figur sind deren 10 angegeben. Diese Theilewerden nun durch gerade Linien wie fg, b! rc. verbunden, die, wie leichterklärbar,,untereinander parallel laufen müssen. In die Punkte e, k, I undm kommen nun ebenfalls die Perpendikularen en, ko, Ip und mq, und zu-letzt wird noch die Diagonale ce lgezogen. Da ac zehn gleiche Theile ent-