Nivelliren oder Wafferwägen 189
Ocular bei dem Objectiv scharf vorbei, unter allen Stellungen des Niveau,«ine wafferrechte Linie bilden. Um beim Transport der Waage das Queck-silber bequem ablassen zu können, befindet sich am untern Ende der Röhreund des Kästchens eine kleine durch eine Schraube dicht zu verschließenderunde Oeffnung x. Das abgelassene Quecksilber wird dann in ein Fläsch-chen gefüllt, das seine Lage in dem in das Holz angeschnittenen Raum z er,hält. Da dieser Waage nicht füglich ein Fernrohr beigegeben werden kann,so lassen sich auch nur kurze Distanzen damit abwägen. Weit weniger Zu-verlässigkeit aber gewähret die Wasserwaage mit communicirendenRöhren Fig. 118. Die Röhre a ist von Messing an beiden Enden mitden Winkelrechten Aufsätzen b und c, in welche nicht zu kurze Stücke Glasröhred und e von etwa 8 Linien im Durchmesser, eingeküttet sind. Das danneingegossene dunkel gefärbte Wasser gibt dann in seiner Oberfläche einewasserrcchte Linie, über die man nach einem Gegenstände hin visiren soll»Die unruhige Bewegung des Wassers wird stets ein Hinderniß des ge-nauen Beobachtens seyn. — Die verbesserte Markscheidewaage,bestehend aus einem guten Fernrohre, mit einem unterwärts hängenden hal-ben Gradbogen, dessen in der Mitte herabhängender Pendel, mittelst einerWernier, die Winkel bis wenigstens auf 2 Minuten angibt, und welche inihrer einfachen Einrichtung, hier im Buche unter ihrem Namen genauernoch beschrieben ist, kann öfters, wenn man sie gut gearbeitet erhält, sehrVortheilhaft zum Nivelliren gebraucht werden.
Bor dem 'eigentlichen Beginnen des Nivellkrungsgeschäfts muß dasWerkzeug, mit dem man arbeitet, in so fern man nicht die Größe desInstrumentfehlers im voraus kennt, um sie für jede Station in Rech-nung bringen zu können, gehörig berichtiget werden. — Die Berichtigungder Sißonschen Waage bestehet darin, daß die Axe des Fernrohrs mit derLuftblase der Libelle in parallele Lage gebracht werde. Es kann dieses sehrleicht durch die Mikrvmeterschraube erreicht werden, welche sich an der Ver-bindung der Libelle mit dem Fernrohre befindet, und durch ein weniges Er-höhen oder Erniedrigen der Schraube, wird dieser ParallelismuS bald er-langt. Alle Niveau's mit communicirenden Röhren bedürfen, wenn sie sonstrichtig gearbeitet sind, keiner besondern Berichtigung vor dem Gebrauche.
Zum Rivellementsgeschäfte sind außer der Wasserwaage noch zweiZielstang cn oder sogenannte Nivellirlatten erforderlich. — Es sinddieses ganz gerade parallelepipedisch gearbeitete Stäbe von Tannen * oder Fich-tenholz, von i£ Zoll Stärke und 6 bis 8 Ellen Höhe, deren ganze Längezur Seite in Ellen, Zolle und Linien sehr scharf eingetheilet und mit denentsprechenden Ziffern deutlich beschrieben ist. Am untern Ende der Lattebefindet sich ein Schuh von Messing, der mit zur eingetheilten Höhe ge-rechnet ist, und unter diesem ein scharfer Stachel von Eisen, der bis an dieuntere Fläche des Schuhes in die Erde gedrückt wird. Das obere Ende derLatte hat ebenfalls ein Beschläge von Messing, in dem sich eine beweglicheRolle befindet. Die Fig. 119 . zeigt die hintere Ansicht einer solchenStange. Bei a befindet sich ein Brettchen etwa J Ellen im Quadrate, andessen Hintern Seite zwei Hülsen von Messing angebracht sind, in welchedie Nivellirplatte paßt, und an derselben vermittelst einer Linie, die überdie Rolle am obern Ende der Latte läuft, leicht herauf und herabgelassenwerden kann. Um das Brettchen aber auch in jeder Stellung an der Lattefestzuhalten, befindet sich an der einen Seite der Hülse eine Feder, wie die-ses Fig. 120- b zeigt, diese Feder bewirkt, daß das Brettchen immer gleich-mäßig angedrückt und durch sein eignes Gewicht nicht an der Stange Herun-tergleiten kann. Der Zeiger ein der Mitte der Hülse und deSBrettchens, gibt da«abgeschnittene Maß an der Eintheilung der Latte zu erkennen. Diesem Zeigerentspricht auf der ander» sogenannten «ordern Seite, eine, die Abtheilungen derLatte horizontal durchschneidende Linie, die genau die Mitte des Brettchen«bezeichnet. Um diese Mitte in einiger Entfernung noch genau unterscheidenzu können, ist der «bere Theil derselben am Brettchen schwarz'und der un-