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tere weiß angestrichen. Die beiden Linien am Brettchen dienen, um da«Ziel an der Stange herauf und herunter zu bewegen. Noch will ich hierbemerken, daß man beim Fertigen der Stangen bedacht seyn muß, daß gutesausgetrocknetes Holz, das sich nicht mehr werfe, dazu genommen werde.Man kann auch diese Stangen, um sie den Einwirkungen der Luft zu ent-ziehen, mit Oel gut einreiben lassen. Hohe Signale von 10 bis 12 Ellen,gewähren, wenn sie ganz gerade sind, in vielen Fällen große» Vortheil.Außer dem Gebrauche können die Zielstangen auf eine ebene Flache festge-schraubt werden, wodurch ihre gerade Richtung erhalten wird.
Beim Nivellement selbst ist vorzüglich der Zweck desselben gehörig zu'würdi-gen, und darnach sowohl die Werkzeuge, als auch die ganze Einthcilung des Ge-schäfts zu wählen und zu bestimmen; denn es würde eben so unklug gehandeltseyn, wenn man auf kleine Entfernungen und in solchen Fällen, wo aufeine sehr genaue Bestimmung nicht viel ankommt, sich derselben Instrumentebedienen und dieselbe Arbcitsfolgc vornehmen wollte, wie dieses bei grö-ßern und bedeutender» Nivellements erforderlich ist. Es lassen sich daher alleNivellements in Hinsicht ihrer Ausdehnung, in einfache undzusammengesetzte abtheilen. Unter ersteren werden solche verstanden,wo die Entfernungen derjenigen beiden Punkte, die abgewogen werden sollen,so gering ist, daß es keiner Zwischenstationen bedarf; letztere aber begreifensolche Etnfernungen, bei welchen mehrere Zwischenstationen genommen wer-den müssen. Wenn der Fall des Wassers von A bis B Fig. 121. gefundenwerden soll, und sich zwischen beiden Punkten kein die Gesichtslinie decken-des Hinderniß befindet, so wird das Nivellirinstrument, die Canal- oderQuecksilberwaage über A, fest, loch - und wagerccht aufgestellt, die Ziel-stange in B eingesetzt, von dem Visire des Werkzeugs über A aus, der gleich-hohe Punkt über B gesucht, indem das an der Stange herauf und herab-zuziehende Brettchen bis in die Visirlinie gebracht, das gefundene Maßder Stange abgelesen und hierzu die Höhe des Instruments bis zur Visir-linie addiret wird, was dann das verlangte Resultat gibt. Es ist hierbeiganz gleichgültig, ob man von A nach B, oder von B nach A nivelliret, daaber jedes Nivellcmenksgeschäfte, um dessen Richtigkeit zu prüfen, wenigstenszweimal verrichtet werden muß, so kann die Arbeit in einer gewissen Ord-nungsfolge das einemal von A nach B und das anderemal von B nach Ageschehen. Es erleidet dieses nur dann Ausnahme, wenn z. B. die Höhe derUfer gegen den Wasserstand des Stroms längs der abzuwägenden Entfer-nung , mit berücksichtiget werden muß. — Ist die zu nivellirende Entfernungaber so ausgedehnt, daß mehrere Zwischenstationen nothwendig werden, somuß man sich schlechterdings einer, mit einem guten Fernrohre versehenenWasserwaage bedienen. Es wird dann der Gang des Geschäfts in folgenderOrdnung, die hierbei besonders zu empfehlen ist, aufeinander folgen: dieWahl und Bezeichnung der Stationen, von wo aus die einzelnen Abwägun-gen geschehen sollen, ist das erste was erfolgen muß. Es werden diese Ent-fernungen so weit auseinander gelegt, als das Instrument noch scharfe Er-kennung der Theilungsstriche am Zielbretre gestattet. Die Bezeichnung selbstgeschiehet durch fest in den Erdboden, geschlagene Pfähle, die, um sie gehö-rig zu unterscheiden, mir Nummern versehen werden können. Hierauf wer-den die Entfernungen zwischen zwei und zwei Stationen gemessen; dannwird das Nivellirinstrument aufgestellt, und um das, was nun folgt, ganzdeutlich zu machen, soll ein Beispiel ru Hülfe genommen werden. Fig. ± 22 .stellt den Grundriß des zu nivellirende» WafferlaufS vor. Durch die von 1«»fortlaufende Nummerzahl, sind die Stationsxunkte, durch (A) der arbeitendeGeometer, durch x der eine und durch y der andere zum Geschäfte unentbehr-liche Gehülfe bezeichnet. — Das Niveau wird über 1 auf- und waagerechtgestellt; während dieses geschiehet, trägt x eine Zielstange nach 2 und richtetsie hier senkrecht auf. A bestimmt nunmehr» die erste Zielhöhe in 2, die xauf einem Blatt notiret, A mißt noch die Jnstrumenrhöhe und trägt sel-bige ins Diarium. ES wird hierauf das Instrument durch Hoch oder Nie-