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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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197
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Oekonomische Nermrssungeir 7

blatt und Zeiger versehen ist. Der erste Zeiger umläuft das Zifferblatt, wenndas Rad 10 SRuttyen jucädcjelegt t)at, und gibt zugleich jeden einzelnen Fußan, der andere Zeiger rückt, wenn der erste zehnmal im Kreise herum ist,-st des Umfangs des Zifferblatts fort, gibt also die Entfernung von IM Ru-then zu erkennen, und endlich der dritte Zeiger rückt erst s* fort, wennder zweite herum ist, gibt also 10,000 Ruthen an.

Welchen großen Nutzen ein solches Maschinenwerk bei Wegcmcssungen,so wie auch in ebenem Terrain bei Umfangsmessungcn der Figuren gewährt,leuchtet wohl jedem meiner Leser ein.

Oekonomische Vermessungen. Diese müssen nächst den Erfor-dernissen einer jeden Messung, alles das berücksichtigen, was auf die ökono-mische Benutzung der Lävdereien Bezug hat. Die Grenzen der Besitzungensowohl, als die der ökonomischen Eintheilung der Ländereien, sind hierbeivorzüglich zu beachten. Bei den Feldern insbesondre müssen sowohl die Bo-niräts- als auch die Artgrenzen zur Vermessung gezogen werden. Die sichhierdurch unterscheidenden Stücke werden durch mehr oder weniger gelblichrothe Farbe von einander unterschieden, wie dieses im Artikel Felder erwähntist. Die zuweilen an den Feldern hinlaufenden Gräben und Verzäunungensowohl, als auch die Grasränder und Raine sind gleichfalls zu vermessen undauf dem diesfallsigen Riffe zu bemerken. Besondere, einer zweckmäßigenökonomischen Bewirthschaftung hinderliche Stellen, als Gallen, Brandstellen,Steinhorste, Sandlager rc. müssen besonders hcrausgemessen und mit ange-merket werden. Die Wiesen unterscheiden sich vorzüglich, ob sie ein - zwei-oder auch wohl dreimal jährlich gehauen werden. Man gibt nicht allein dieGrenzen solcher Wiescnräume an, sondern drückt auch durch verschiedenes Grünvom Lichten ins Dunkle übergehend, ihre Beschaffenheit aus. Werden Wie-sen im-Frühjahre behuthet, ganz oder zum Theil, so muß dieses bei derVermessung ebenfalls berücksichtiget und im Riffe angegeben seyn. Die öftersvorsindlichen Be - und Entwässerungsgräben der Wiesen, die Sumpfplatzeauf selbigen, die hie und da im Innern und an den Rändern stehendenBäume und^ Sträucher, alles dieses sind hieher gehörige Gegenstände.Gärten für ökonomische Nutzung, werden besonders in Gras- und Kuchengär-ten abgetheilet. Es gilt hier ebenfalls die Regel, daß alles, was dem ge-meinten Zwecke förderlich oder hinderlich seyn kann und planimetrisch aus-drückbar ist, bei der Vermessung beachtet werden muß. Besonders sindBaumanpflanzungen, Vermachungen, Gebäude, Wege, Wasserläufe und Was-serbehältniffe hieher zu rechnen. WieTeiche zu vermessen sind, ist unter diesemArtikel, besonders im Buche aufgeführt. Der gewöhnliche Wafferstand, dieDämme, Halter, Fluthen, Ab- und Zuflußgräben, und die an und öftersdurch den Teich laufenden Grenzen, hat der die Vermessung besorgende Geo-meter, zur Aufnahme zu bringen. Huthungen theilen sich entweder in eigen-thümliche und Äoppelhuthungcn oder in Rindvieh - und Schafhuthungen *) ab;auch werden sie zuweilen nur theilweife benutzt, man findet auf ihnen Banm-anlagen und es gehen über sie Stege und Wege weg. Alle solche Gegen-stände sind bei den ökonomischen Vermessungen in Betracht zu ziehen. Wal ,düngen als ökonomische Benutzungen (im Gegensatz der Forstnutzungen) sindals Gras- und Hurhungsplätze und für das Srreurechen, Eichelsammeln rc.hieher gehörige Dinge. Die Grenzen, die diese Bewirthschaftungen machen,und die Verschiedenheiten, die man auf ihnen findet, müssen sorgfältig auf ei-nem ökonomischen Riffe angegeben seyn. Es haben manche Geometer dasSteigende und Fallende der Gegend oder die sogenannte Situationszeichnungauf einem ökonomischen Riffe für entbehrlich gehalten. Wenn ich auch wohlglaube, daß die genaue Angabe des Böschungswinkels bei einer solchen Zeich-nung überflüssig ist, so halte ich doch für nothwendig, daß man Berg undThal, Kuppen, Rücken, Flächen, Wände rc. muß erkdnnen und unterscheidenkönnen; daß ein ökonomischer Riß doch besagen muß, »b eine Landschaft aus

*) Zuweilen auch in Pferde- und Schweinehurhunzen.