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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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198
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198 Optischer Winkel Oxygomus

einzelnen Hügeln und Bergen bestehet oder ein zusammenhängendes Gebirgeausmacht oder aber eine Ebene bildet.

Gewisse Gerechtsame und Duldungen,.die den Ländereien zum Vortheilegereichen oder auf ihnen lasten, sind sehr oft in der Natur gar nicht zuerkennen, müssen aber durch einzuziehende Nachrichten und vermöge der An-gaben der Fund- Lager- und Flurbücher auf einem ökonomischen Riffe genauangegeben seyn. Hieher gehören Feld - und Wiesenräume, die einer gewissenAbgabe unterworfen sind, als Zehenten, und beschockte. Grundstücke, Zins-land rc.; oder solche, die von Frvhnern ganz oder zum Theil bearbeitet wer-den; die von benachbarten Stücken eine gewisse Einnahme haben, dagegenaber öfters einen Weg, Graben w. darüber oder daran dulden müssen.

Der Maßstab zu ökonomischen Vermessungen wird gemeiniglich bedeutendgrößer als zu jeder andern Messung gewählt, damit nicht allein die einzelnenbewirthschafteten Plätze, sondern auch noch einzelne Grenzsteine bis auf einenFuß genau in dem Riffe angegeben werden können.

Optischer Winkel. Dieses ist ein vom Mechanikus G. Adams demAeltern in London erfundenes Winkelmeßinstrument mit Spiegeln, das ohneStativ, bloß in der Hand regieret wird. Fig. 127 ist eine Zeichnung davon.Es bestehet aus zwei flachen Spiegeln, wovon der eine einen unbelegteuTheil in der Mitte mit einer senkrecht eingeriffenen Linie hat; beide Spiegelfind übrigens so eingerichtet, daß ein Gegenstand, welcher durch Reflexionvon beiden gesehen wird, mit einem andern zusammen fallt, den man geradevor sich stehet, wenn beide Gegenstände einen rechten Winkel, von dem Mit-telpunkte des Instruments aus, machen. Mit diesem Werkzeuge kann mandaher senkrechte Linien auf dem Felde abstecken, wobei man folgendermaßenverfahrt: der Beobachter stellt sich mit dem Instrumente über den gegebenenPunkt, während daß in der Verlängerung der Grundlinie, in welcher jenerPunkt liegt, ein Stab eingesteckt wird. Jetzt richtet nun der Beobachter dasInstrument so, daß der Einschnitt des unbelegten Theils des Spiegels denabgesteckten Gegenstand schneidet, und so wird, vermöge der Reflexion desandern Spiegels, sich unter der Schnittlinie des belegten Theils des erstenSpiegels, der Ort zeigen, wo der rechte Winkel hintrifft. Schickt man nuneinen Gehülfen in jene Gegend, so kann dieser leicht durch gehöriges Ein-winken, einen Stab in diesen Punkt einsetzen.

Man wird nicht verkennen, daß dieser optische Winkel sehr viel Aehn-lichkeit mit dem Fallonschen Spiegellineale hat, und da sich die Messungder Entfernungen ganz nach den unter jenem Artikel erwähnten Principienrichtet, so glauben wir hierauf verweisen zu können.

Orientirboussole. Ist eine mit einem Meßtische in feste Verbin-dung gebrachte Bouffole, deren Nadel ihren Stand daher nicht verändernkann, wenn der Meßtisch den seinigen beibehält. Die Einrichtung dieses In-struments ist übrigens ganz der einer gewöhnlichen Bouffole gleich. Gewöhn-lich wird die Orientirboussole mittelst zweier unverrückbarer Falze, die sichvon Messing unter der Mensel angebracht befinden, an selbige angeschobenund durch eine Preßschraube daran festgehalten. Das Instrument kann sehrgute Dienste leisten, nur muß man sich nicht allein darauf verlassen, sonderndurch Richtobjecce den genauen Stand des Meßtisches zu erreichen suchen.

Ort-Plock. Ist in der Markscheidekunst ein eingeschlagener Pfahloder auch ein auf der Oberfläche der Erde gesetzter Stein, wodurch angedeu-tet werden soll, wie weit der Fall eines Ganges in der Grube gehet undnach welcher Gegend er streicht.

Orthogonius. Wird zuweilen eine Figur genannt, welche so vielrechte Winkel hat, als möglich ist.

Osten. S. Morgen.

Oxygonius. S» findet man in ältern mathematischen Schriften eineFigur genannt, die lauter spitze Winkel hat.