204 Parallellineal
den kann, daß bnS Ende desselben, genau über oder in gerader Linke, mitdem Ende des feststehenden Lineals stehet. Fig. 135. gibt eine deutliche An-sicht davon. — Eine Verbesserung, wodurch die Bewegung regelmäßiger er-folgt, gibt Fig. 136 zu erkennen.
3) Fig. 137 führt den Namen des kreuzschenklichen Parallelli-neals. Hier werden zwei gerade Linien, durch zwei andere kreuzende, umeinen Mittelpunkt bewegliche Schenkel verbunden. Jedes Schenkels einesEnde bewegt sich um einen Stift, das andere schiebt sich, wie die Linealeauseinander geben, um einen Ausschnitt vorwärts.
4) Das Rollparallellineal, das in der Zeichnung Fig. 138 abge-bildet ist, bestehet aus einem Parallelogramme von gutem Holze, gemeini-glich von Ebenholz, das eine Fassung von Elfenbein hat, und in Zolle undZehcntheil eines Zolles getheilet ist. Das Lineal ruhet auf zwei Rollen aund b, die genau von einerlei Größe sind, und deren Umkreise vollkommenparallel mit der Welle, um die sie sich drehen, seyn müssen; auch sind erstereso eingetheilet, daß noch die Theile eines Zolles darauf bestimmt werden kön-nen, um welche sich das Lineal vorwärts oder rückwärts bewegt hat. Nochfindet man auch wohl mit den Rollen kleine elfenbeinerne Cylinder verbun-den, die Rollenscalen genannt werden. Der Umkreis derselben ist so einge-theilet, daß auf diese Weise Theile eines Zolles bestimmt werden können, umwelche sich das Lineal vorwärts oder rückwärts bewegt hat. — Beim Fort-rücken dieses Lineals bedarf man nur einer Hand, doch müssen die Finger soviel möglich in der Mitte liegen, damit das eine Ende des Lineals keinegeschwindere Bewegung erhalte, als das andere. Ist das Lineal in Bewe-gung, so dürfen die Rollen nur die Oberfläche des Papiers berühren. — Ummit einem solchen Lineale eine parallele Linie in bestimmter Entfernung zuziehen, lege man des Lineals Rand hart an die gegebene Linie, drücke denRand herab, hebe die Rolle etwas von dem Papiere, wo man dann die Cy-linder herumwenden kann, um die erste Theilung auf den Zeiger zu bringen;bewegt man hierauf das Lineal vorwärts, so wird man auf dem elfenbeiner-nen Cylinder zur linken Hand, wo die dort befindliche Zahl, die Zehentheileeines Zolles angiebt, gewahr, um wie viel das Lineal sich fortbewegt hat.Bewegt man aber das Lineal von sich abwärts, so erhält man diese Angabendurch den Cylinder rechter Hand.
Es lassen sich mit diesem Lineale noch verschiedene andere Aufgaben lö-sen, wie in Adams geometrischen und graphischen Bersuchen ein mchreresnachzulesen ist.
5) Das Winkel parallellineal Fig. 139 dienet, um Parallelen undrechte Winkel in bestimmten Entfernungen zu ziehen. Es sind zwei messingnePlatten dergestalt oben und unten miteinander befestiget, daß das Winkelli-neal sich regelmäßig zwischen ihnen hin und her schieben läßt und in jederLage des Lineals mit den beiden Platten, zwischen welchen es herauf und her-unter geschoben wird, einen rcchren Winkel bildet. Das aufliegende Blattdes Lineals A, hat die beiden Ausschnitte a und b und einen Inder, der aufdie Scala des Lineals sich beziehet, c ist eine Spitze, um mit SicherheitTheilungen von der Scala abzustechen. Die Eintheilungsscala des Lineals Aist so gefcrtiget, daß sie weggenommen, und an deren Stelle eine andere mitvon jener verschiedener Eintheilung, eingelegt werden kann.
Ich besitze ein solches Lineal, das aber so eingerichtet ist, daß die einge-theilte Scala des Parallels A, ebenfalls in einem Falze, dem Winkelpunktedes Lineals genähert, oder davon entfernt werden kann. Die Scala an demsenkrechten Falze BC gibt das Maß der Entfernung der Parallelen und dieauf dem Parallel selbst verschiebbare Scala, die Längen der Parallelen. Indem senkrechten Falze BC sind an meinem Instrumente, bei B und C, unter-wärts zwei zarte Spitzen, die durch kleine Schrauben erhöhet und erniedrigetund dieserhalb mehr oder weniger tief ins Papier gedrückt werden können.Es gewähret mir dieses den Vortheil, daß ich das Instrument zum Festhaltenyicht mit Gewichten zu beschweren nöthig habe, was außerdem erforderlich ist.