Parallelmethode Perimetermethode 205
6) Das Parallellineal mit TransporteurFig. 140 ist zumZiehen paralleler Linien nach verschiedenen Richtungen bestimmt. Es hat ganzdie Einrichtung der Scala, wie das vorhin beschriebene Winkelparallellineal,nur daß sich an dem beide Lineale verbindenden Falze, ein Transporteur an-gebracht befindet, so daß das Parallellineal, vermöge des Index, in jede be-liebige Winkelstellung gebracht, und durch eine in der Gegend des Mittel--punkts des Transporteurs angebrachte Preßschraube, darin erhalten wer-den kann. — Die übrige Einrichtung des Instruments, macht die Figurdeutlich.
Parallelmethode. Hierunter versteht man eine eigne Art vonNetzlegung einer Gegend, sür die darauf folgende Detailmessung. Es wer-den nämlich, in dem zu vermessenden Districte, in gewissen Entfernungenund nach einer gewissen Ordnung, Parallelen abgesteckt und mit aller Sorg-falt gemessen; diese Parallelen aber auf die einzelnen Sectionen der Mensel-blätter getragen.
Wer das Schwierige des Absteckens gerader Linien über Berg und Thal,durch Wälder und Brüche und das Messen derselben mitgemacht hat, wirddas Unpraktische einer solchen Retzlegung zu beurtheilen vermögen. Sie ste-het aus diesem Grunde der Triangulär - und Perpendikularmethode weit nach,und kann höchstens nur in einem kleinen und ganz freien Districte angewen-det werden. — Bugge erwähnt in seinem Werke: Anleitung zum Feldmes-" sen, übersetzt von Tobiesen, daß er die Parallelmethode im Großen auf der; ' Insel Seeland ausgeführt habe.
Paralleltrapeze. Es ist schon aus der Geometrie bekannt, das ei-ne, mit bloß ausspringenden Winkeln vierseitige Figur, in welcher zwei Sei-ten mit einander parallel laufen, ein Trapezium, oder auch ein Paral-lel trapez genannt wird. — Berechnung seines Inhaltes, siehe Berech-nen der Flächen. — Verwandlung derselben in eine andere Figur mit gege-benen Bestimmungen, siehe Verwandlung der Figuren.
-J Felder haben sehr oft die Form eines Paralleltrapez, und werden danni auch als ein solches behandelt.
■ Passageninstrument. Siehe Mittagsrohr.
! Perigäum. Siehe Erdnähe und Erdferne.
Peripherialaufnahme. Siehe Perimetermethode.
Perimetermethode. Hierunter verstehet man das Verfahren beimAufnehmen, wo man eine Figur in der Natur, indem man successive ihreBegrenzungslinie mißt, und die von zwei Seiten eingeschlossenen Winkel beob-achtet, zu Papiere bringt. Zum Messen der Umfangslinien werden Ketten,oder auch wohl Schritte gebraucht, die Winkel werden durch Winkelmesser,b mit dem Meßtische, der Zollmannschen Scheibe, oder auch wohl nur mit der
« Boussole bestimmt. — Es hat diese Art der Vermessung, die besonders bei
1 Wäldern, und bei der Aufnahme der Städte angewendet wird, viel Beschwer-
| liches, und da ein kleines Versehen beim Linien - oder Winkelmessen verur-
H sacht, daß die Figur nicht schließt; so bedienet man sich der Perimetermethode
j nur im höchsten Nothfalle, und sucht auch hier, wo es nur immer thunlich
.i ist, durch seitwärts, oder auch im Innern der Figur liegende Punkte, die
i Messung zu prüfen. — Wäre ABCDEFA Fig. i4i die aus ihrem Umfange
nnt dem Meßtische in Grund gelegte Figur, hat die Messung bei A ihren An-sang genommen und ist nach der Folge der Buchstaben fortgesetzt worden, soj wurde nach gehöriger Aufstellung des Meßtisches in der letzten Station, wennwahrend der ganzen Messung kein Fehler begangen ist, die Figur abfghia«uf dem Papiere erhalten werden, die der in der Natur ABCDEFA ähnlichJlt, und es würde, wenn man in h das Diopter-lineal an die Linie Iri an-K der Visirstrahl den Standpunkt A schneiden. Wäre aber in einem
I Standpunkte z. B. in C ein Fehler auf die Weise begangen worden, daß