Reflektor 229
• die Nute bei b zu drehen ist, und mittelst eines kleinen Zapfens b, bet auf!: dem untern Fortsätze der Spiegels f stehet, mit dem Arme e in Verbindung| gebracht wird. Entfernt man diesen Arm vom Lineale, so bewegt sich zu-gleich der Zapfen in dem Einschnitte bi. Die messingne Scheibe k, welchesich am Ende des Richtscheites befindet, hat ein Ocular, dem gegenüber oberhalb1 des Punktes b des Lineals, der kleine Spiegel I, dessen untere Hälfte m< nur mit Quecksilber belegt, die obere aber leeres Glas ist, aufgerichtet sich! 3 befindet. Der Fortsatz des Spiegels f, worauf der Zapfen h ruhet, endigeti'g in einen Bogen o, der den Index eines Vernier bildet. ES hat dieser die, Einrichtung, daß 14 halbe Grade des Halbmessers 15 Theile desselben bil-, i den, wodurch noch ein Winkel bis zu T ' T eines halben Grades, d. i. bis zuI i 2 Minuten sich bestimmen laßt. Auf der obern Platte des Lineals ist ein; l tausendtheiliger Maßstab eingcriffen, der auch auf der vorder» abgeschrägten? Seite fortgesetzt ist, wodurch man im Stande ist, Maße auf das Papier^ überzutragen, ohne sich des Zirkels zu bedienen.
s Das ganze Instrument, das große Aehnlichkeit mit einem Spiegelsex-- kanten hat, wird aus der freien Hand regieret, das Lineal ab kommt in dieJ rechte Hand zu liegen, mit der linken bewegt man den Arm e und visiret' hierbei durch das Ocular k, beim eingeschnittenen senkrechten Striche, im! unbelegten Theile n des Spiegels vorbei, nach dem zur linken Hand befind-t lichen Objecte, des zu messenden Winkels . Das Bild des zweiten Objectsi des zu messenden Winkels, welches zur Rechten stehet, wird nun in den gro-j ßen Spiegel zu bringen gesucht, von welchem es, in dem kleinen Spiegel imbelegten Theile m reflectiret und dem Auge hinter k sichtbar wird. Wenn'' daher die beiden Objecte des Winkels dem Auge hinter k, in dem Spiegeli 1 senkrecht untereinander erscheinen und zwar das eine im belegten, das an-j dere im unbelegten Theile, so ist dadurch der Winkel gemessen und auf dem■\ Instrumente in ußy erschienen. Der Jndcxpunkt gibt dann zugleich diei Grade und Minuten des so bestimmten Winkels an. — Ein großer Vor-■> theil dieses Instruments bestehet darin, daß, wenn man dasselbe in der' Stellung des gemessenen Winkels auf die glatt aufgespannte Ebene eines Bo-^ gen Papiers legt, man durch Markirung der Punkte «, ß, y, den Winkel■ mechanisch übertragen kann.
j Sollte eines der beobachteten Objecte bedeutend höher als has andere lie-gen, so muß, wie leicht zu erachten, das Instrument etwas seitwärts gewen-' det werden, bis auf die obenbeschriebene Weise, das Auge beide Objecte zu' Gesichte bekommt; dieser in einer schiefen Ebene gemessene Winkel würdedann, wenn auf die genaueste Messung vieles ankäme, besonders noch aufden Horizont reduciret werden müssen. (Siehe Reduciren gemessener Winkel' 1 auf den Horizont.)
| Was die Berücksichtigung der möglichen Fehler anlangt, die dieses In-strument haben kann, so verweise ich auf den Artikel Spiegelsextanten, weil/ sie mit diesen von einer Natur sind. — Einige Unbequemlichkeit beim Ge-! brauche des Instruments bestehet darin, daß man den zu bestimmendenWinkel, jederzeit von der linken zur rechten Hand messen und aufs Papier, tragen muß; so wie auch der Gebrauch desselben eine reine Luft und nichtzu weite Entfernungen voraussetzt.
Es ist klar, daß dieses Instrument, besonders bei militärisch topogra-phischen Arbeiten zweckdienlich ist, daß es aber keineswegs bei trigonometri-schen Messungen, die nöthige Schärfe gewähren kann. — Der Erfinder desInstruments ist der in englischen Diensten gestandene Obristlieutenant SirHoward Douglas; er gab ihm anfänglich den Namen The patent Seml-Circle - Reflector. Ein ähnliches Werkzeug, das von dem hier beschriebenennur darin abweicht, daß die Winkel mittelst eines Cordenmaßstabcs ge-messen werden, ist uns von dem französischen Ingenieur Epailly bekannt! worden.