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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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Sekunde

Schlotte

Scheffelt's (von Rheitel umgearbeitet) Unterricht vom Proportional-zirkel.

Leupold's l'heatr. macli.

Sekunde nennt man sowohl den 3600sten Theil eines Grades, alsauch den eben so vielten Theil einer Stunde. Erstere Eintheilung deutetman noch besonders durch Bogensekunde, und letztere, durch Zeitse-kunde an. 60 Sekunden machen bei beiden eine Minute.

Sckundenmesser. Dieser bestehet aus einem, auf einem Astrolabioangebrachten Uhrwerke, dessen Räder und Getriebe, mit der Bewegung derAlhidadenregel dergestalt in Verbindung stehet, daß, wenn man auf demRande die Alhidadenregel um einen Grad drehet, der Weiser des Uhrwerkseinen ganzen Umlauf über eine besonders unter ihm befindliche Scheibemacht. Durch angebrachte Verniere auf jener Scheibe, wird das Maß ein-zelner Sekunden bestimmt. Die Erfindung schreibt sich vom Herrn Con-rector Voigt in Quedlinburg her, und er bestimmte dieses Werkzeug vorzüg-lich, um Weiten aus einem Standorte, mittelst des parallactischen Winkelszu messen, wobei es auf eine besondere Genauigkeit ankommt.

Beim Gebrauche dieses Instruments, muß man aber voraussetzen, daßdie Kämmen der Räder und ihre Getriebe, «ufs genaueste in einanderpaffen und nicht leer gehen; dieses würde zwar vermieden werden können,wenn statt der Getriebe Spindeln, und statt der Stirnräder Rollen genom-men würden, über deren und der Spindeln Umfang kreuzweis eine Schnurgeschlungen wird, so daß, wenn die Rollen nur langsam gehen, die Spin-deln sehr schnell umlaufen. Es fragt sich aber, ob dann nicht andere Unbe-quemlichkeiten und kaum zu beseitigende Hindernisse eintreten, so daß diesesWerkzeug schwerlich das leisten wird, was man durch den Gebrauch der Mi-krometer erreicht.

Wer genauere Belehrung über dieses Instrument sucht, kann besondersnoch nachlesen:Neueste Versuche zur Erleichterung der praktischen Geome-trie. Herausgegeben von Voigt, Conrector in Quedlinburg . Leipzig 1792.Jltcr Abschn. §. 24 u. f."

Senkrechte Himmelskugel (Spliaera rccta). Für alle diejeni-gen . welche unter dem Aequator sich befinden, gehet der Aequator des Him-mels durch ihr Zenith und stehet auf den Horizont senkrecht und daher auchauf allen Parallelkreisen; da nun die Himmclskugel von dem Horizonte hal-biret wird, so fällt eines jeden dieser Kreise eine Hälfte über und die an-dere unter den Horizont. Bei der Umdrehung der Erde in dieser Lage, stei-gen demnach die Gestirne auf der einen Seite senkrecht über den Horizontherauf, und auf der andern Seite ebenso unter denselben herunter; es wer-den daher während einer Umdrehung, alle Gestirne am ganzen Himmelsichtbar.

Setzcompaß (Zulegeinstrument). Dieses ist ein Instrument, welcheszuweilen die Markscheider gebrauchen, um die Winkel, welche sie in derErde mittelst der Magnetnadel und des Hängecompaffes bestimmt haben, aufsPapier zu bringen. Zu dem Ende nehmen sie die Nadel des HLngecompas-seS aus ihrem Ringe und legen sie mit der Büchse auf ein^Lineal, welchesin der Mitte einen Kreis hat, in den sie paßt.

Sctzlatte oder auch Richtscheit genannt, bestehet aus einer 5 bis6 Zoll breiten, etwa Zoll dicken und 8 bis 10 Fuß langen abgehobclrenDiele. Man thut wohl, wenn man gleich nach richtiger Verzeichnung derLothlinie, das Ende der Setzlatte, welches man beim Verzeichnen der aufge-setzten Setzwaage zur Rechten hatte, mit einem kurzen Nagel ein für alle-mal bemerkt, um beim jedesmaligen Abwägen, die Setzwage umkehren zukönnen, weil es dann nichts schadet, wenn die Setzlatte an beiden Ende»nicht gleich stark seyn sollte, wie es sich eigentlich gehörte.