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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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243
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Setzwage Situationzeichnen 243

Setzwage. Diese bestehet aus einem, aus drei Latten, jede etwavon 1 Fuß Länge, verbundenen gleichschenklichen Dreiecke. Von der Spitzeaus, wo die beiden gleichschenklichen Seiten sich vereinigen, hängt ein Lothan einem Faden herab, das bis zur Bafls des Dreiecks reicht. Diese Grund-linie hat genau in ihrer Mitte einen Einschnitt, über welchen jenes Loth ein-spielen muß, wenn das ganze Werkzeug wagerecht stehet. Eine gute Setz-wage muß nothwendig zwei Eigenschaften haben, sie muß richtig und auchempfindlich seyn. Ihre Richtigkeit läßt sich sehr leicht prüfen: schlägtman nämlich den Stift, woran der herabhängende Faden befestiget ist, ge-nau in die Vertikalebene desselben ein, läßt man hierauf die Waage einspie-len und stellt so eine darunter gelegte Latte horizontal, drehet dann dieganze Latte um, und begibt sich auf die Hintere Seite derselben, so muß,wenn die Wage richtig ist, das Loth hier wiederum einspielen, weicht esaber von dem Einschnitte in der Basis-Seite ab, so liegt die richtige Vcr-ticallinie in der Mitte des Abwcichungswinkels. Empfindlich wird dieSetzwage, wenn die Basis-Seite weit genug vom Punkte des herabhängendenLothes entfernt ist, auch muß der Faden selbst dünn und der Einschnitt,wohin das Loth einspielen soll, ganz fein gezogen seyn. Es ist genug, daSuntere Ende etwa 1 Zoll lang von der Lothlinie zu ziehen.

Signale. Hierunter werden gewisse Zeichen verstanden, die theilsvorübergehend, theils bleibend seyn können. Es ist beim Bestimmen gewisserPunkte von Feuersignalen schon die Rede gewesen; zuweilen werden aberauch Signale durch Kanonenschüsse, zuweilen auch nur durch Winken erthei-let. Alle solche Signale sind aber nur vorübergehend. Thürme, Stangen,Säulen, sich auszeichnende Bäume rc. womit bei mehr oder minder bedeuten-den Messungen, gewisse besonders wichtige Punkte angegeben werden, begreiftman unter dem Rainen, bleibender Signale. Bei einem jeden solchenSignale muß ein Punkt in der obern Spitze genau lothrecht über einem aufdem Erdboden befindlichen stehen; es werden daher, wenn es Stangen sind,nur solche, die aus ganz geraden Bäumen gehauen, gewählt, und diese dannmöglichst senkrecht in dem Erdboden befestiget.

Signalstangen. Diese werden gebraucht, um.gewisse Punkte da-durch kenntlich zu machen, wie z. B. die Endpunkte der Standlinie, oderbei einem Dreiecknetze die Endpunkte der, durch ein Land gelegten Haupt-dreieckverbindung. Drei Eigenschaften sind bei solchen Signalstangen vorzüg-lich erforderlich: einmal, sie müssen bedeutend hoch und ganz gerade seyn,um weit gesehen werden zu können; dann müssen sie senkrecht in dem Erd-boden stehen, und endlich drittens, sie müssen ganz unverrückbar sich befinden,weshalb man sie auch von allen Seiten gehörig mit Stützen verstehet. Aufdas obere Ende der Stange kommt gemeiniglich ein Strohwisch, eine Fahneoder eine sonstige Abzeichnung zu stehen.

Sißonsche Wage. Siehe Nivelliren.

Situationzeichnen. Hierunter verstehet man die Darstellung einesGrundrisses mit charakteristischer Bezeichnung der Lage, der Beschaffenheitund Benutzung der Grundfläche und der auf ihr befindlichen unverrückbarenGegenstände, die einen gewissen, noch durch den angenommenen Maßstabauszudrückenden, Raum einnehmen.

Die große Menge hieher gehöriger darstellbarer Dinge, theilt man ge-wöhnlich nach folgenden Classen und Unterabtheilungen derselben, ab:

I st e Classe.

Boden.

Iste Abtheilung.

Lage desselben.

2) Ebenen,b) Berge und Thäler.