266 Straßen zu zeichnen Stundenwinkel
2) auf welche Weise sich die in den Weg tretenden hohen Berge amschicklichsten und kürzesten umgehen oder ersteigen lassen;
3) wo sich die nächste und kürzeste Bergschlucht, wodurch man mit einemsanften Steigen die Höhe erreichen kann, befindet;
4) welche von den zur Seite liegenden Bergwänden sich am vortheilhaf-testen zum Einschneiden eignet;
5) in welcher Bergwand man die meisten und besten Steine zu hoffenund die wenigsten Querschluchten mit Brücken zu überbauen hat, und
6) welche Wendung der Straßenlinie gegeben werden muß, um denEinschneidepunkten künftiger Seitenverbindung«straßcn am nächsten zukommen.
Bei den Längenprofilen, welche das Steigen und Fallen sowohl des na.türlichen Boden«, als insbesondre der Straßenflächcn bezeichnen sollen, wirdfür die Längen der Maßstab des Grundrisses beibehalten; für die Höhen wirdaber, um das Steigen und Fallen des Bodens auffallend zu zeigen, ein grö-ßerer Maßstab gewählt. Es wird überdies bei solchen Profilen auf die man-nigfaltigen Seitenwendungen der Straße keine Rücksicht genommen, (sieheLangsdorf's Anleitung zum Straßen- und Brückenbaue, Band I. §. 22.) son-dern die gestimmte Straße in einer geraden Linie ausgedehnt gedacht, hier-bei eine gewisse Horizontallinie als Basis angenommen, und auf ihr vonEntfernung zu Entfernung, das Steigen und Fallen des natürlichen Bodens,was durch das Nivellement gefunden wird, perpendikular aufgetragen, unddann durch diese sich hierdurch ergebenden Endpunkte, die eigentliche Stra-ßenlinie zusammen gezogen. Für einzelne Straßenabschnitte werden zuwei-len auch noch besondere Querprosile gefertiget, sie geben nicht allein die Wöl-bung der Straße und ihre Erhebung über den angenommenen Horizont, son-dern auch die Stärke der verschiedenen über einander liegenden Erd - undSteinschichten, die Profile der Straßengräben, die Tiefe der Mauerwerkeund wie der Grundriß,xalle Breiten zu erkennen.
Erst aus der richtigen Messung und Aufzeichnung dieser drei Gattungenvon Straßenrissen, kann der Baumeister die nöthigen Maßregeln zur Instand-setzung der Straße beurtheilen und die Kostenanschläge darauf gründen.
Ueber diesen Gegenstand ist noch nachzulesen:
Langsdorf gemeinfaßliche durchaus auf Erfahrung gegründete Anlei-tung zum Straßen - und Brückenbaue. Mannheim und Heidelberg 1817.
Weser mann Taschenbuch für Straßenbaubeamte. Düsseldorf 1814.
Bon Alten, kurze praktische Anleitung zur Anlegung und Erhaltung derKunst- und Landstraßen, zum Gebrauche bei Vorlesungen und zur Selbstbe-lehrung. Berlin 1816-
Derselbe. Kurze Anweisung der Königl. Preuß. Oberbaudeputation, zurAnlegung, Unterhaltung und Instandsetzung der Kunststraßen. Berlin 1814.
Straßen zu zeichnen. Diese Zeichnung unterscheidet sich von derder Wege, vorzüglich durch ihre größere Breite, die durch zwei parallele zarteschwarze Linien ausgedrückt wird. Hat eine Straße Gräben an der Seiteund laufen längs denselben Baumanpflanzungen hin, so sind diese im Riffeebenfalls gehörig zu bemerken. Die Grabenufer werden durch dicht an ein-ander gerückte kleine schwarze Strichelchen, die auf den Graben senkrecht ste-hen, ausgedrückt.
Chausseen werden, um sie von gewöhnlichen Straßen gehörig zu unter-scheiden, in der Zeichnung mit der Reißfeder ausgezogen, und der Zwischen-raum mit blaßrother Farbe, allgemeine Beeichnung von Steinwerk, angelegt.
Ströme aufzunehmen. Siehe Flüsse aufzunehmen.
Ströme zu zeichnen. Siehe Flüsse zu zeichnen.
Etundenwinkel. In Fig. 193 mag A den Standort eines Sternsbezeichnen und der Bogen AC den Weg bis zum Meridiane, oder auch vomMeridiane zu ihm. Die Geometrie lehret, daß CA und DE ähnliche Bogen