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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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278
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278 Toisr Torflager aufzunehmen :c.

net man die, den Kreis festhaltende Klammer, und Fernrohr und Kreis Iwerden auf einen entfernt liegenden Gegenstand, der den einen Schenkel des Izu messenden Winkels abgibt, hin gerichtet, wobei man sich zur feinern Stel-lung der Schraube ohne Ende bedienet. Es wird hierauf die Schraube, die I'das obere Fernrohr festhält, gelost, und dieses Fernrohr auf den zweitenGegenstand, der den andern Schenkel des Winkels bildet, gerichtet; auchwird wiederum mittelst der Schraube ohne Ende die genaue Stellungbewirkt, und dann die Preßschraube angezogen. Es wird hierdurch derNonius der Alhidade den einfachen Winkel im Gradmaße ausdrücken.Sollten die zwei oder vier an dem Instrumente angebrachten Nomen inkleinen Theilen etwas voneinander abweichen, so wird aus den verschiedenenAngaben das arithmetische Mittel genommen. Wird die Preßschraube wie-derum geöffnet, so kann das obere Fernrohr sammt dem Kreise wiederumauf das erste Object eingerichtet, dann, von dem früher gefundenen Winkel-maße ausgehend, gedachtes Fernrohr bloß gelöst und auf das zweite Objectgerichtet werden, wodurch man das doppelte Bogenmaß des beobachteten Win-kels erhalten wird. Diese Multiplication, auch Repetition einer Winkelmes-sung genannt, kann dann so oft, als man es nur immer für nöthig findet,wiederholt werden.

2) um Höhen - und Tiefenwinkel zu bestimmen.

Der Theodolit verschafft zu diesem Zwecke selten eine größere Genauig-|feit als etwa Minute, welches aber auch bei geodätischen Arbeiten völligausreichend ist. Die hier nöthigen Manipulationen sind jedem, der nureinigermaßen mit dem Instrumente umzugehen weiß, leicht erklärlich. Im-mer ist der vertikale Stand des Höhenkreises ein höchst wichtiges Erforder-niß; man kann dieses durch ein Loth prüfen, das man in einer gewissen Ent-fernung von einem hohen Gegenstände herabhängen läßt, und längs dem aufund nieder man dann das obere Fernrohr bewegt. Es versteht sich, daßaller Orten der Visirstrahl vom Faden gedeckt seyn muß.

Ramsden's Theodoliten, jedoch ohne Repetition, findet man in Adam'igeometrischen und graphischen Versuchen beschrieben und abgebildet*).

Toise. Dieses ist eine Länge von sechs französischen Klaftern.

Topographische Charte. Hierunter verstehet man eine Charte,die die Lage eines Landes, in Beziehungen auf die Erhabenheiten und Ver-tiefungen des Bodens, das feste Land, die Gewässer, das bebaute und un-bebaute Terrain k. , planimetrisch darstellet. Den Maßstab für solcheCharten, siehe im Artikel Landcharten, die Art der Bezeichnung dekeinzelnen Gegenstände, siehe Artikel Situationzeichnen.

Torflager aufzunehmen, und Profile derselben zu fer-tigen und zu zeichnen. Soll die Aufnahme bloß einen Grundriß be-zwecken, so ist da« wesentlichste Erforderniß der Umfang des Torflagers, sowie seine nächsten Umgebungen, ob er nämlich frei, oder im Innern einesWaldes liegt. Das Torflager selbst erheischt dann noch folgende Berücksich-tigungen: 1 ) den Raum, der eigentlichen Torfboden enthält, wobei auf demRisse die gehaltreichern und schwächer» Stellen durch Farben unterschiedenwerden können; 2) die ganz oder zum Theil ausgestochenen Plätze; 3) dieSumpfstellen; 4) die gezogenen Wasserableitungsgräben, oder ist das Torfla-ger noch nicht angegriffen, diejenigen Richtungen, wo selbige mit Vortheilzu ziehen sind; 5) diejenigen Plätze, wo gar kein Torf zu finden ist und 6)die zur Ausgrabung, Trocknung und Aufbewahrung des Torfs angelegtenRinnen, Trockenscheunen, Worrathshäuser und Gerüste.

Der Raum des Buchs gestattet nicht eine vollständige Abbildung eines Tveodo-lirenwg« in kleinem Maßstabe kaum ausführbar ist. hier beczumgen. g> deinangeführten Adamssschen Merke, findet man mehrere Theodoliten ausführlich guzeichnet.