5o I. Geschichte der Physik bis zu Cartesius .
über die Bewegung vor k ). UebrigenS ist es leicht zuerachten, daß sie damaliger verjährter Vorurrheile wergen viele Widersprüche fanden. Die Geschichte hiervon fällt aber größtemheilS in die Zeiten des Carte-sius , und soll daher auch daselbst in möglichster Kürzevorgetragen werden. Ausser diesen bisher angeführtenErfindungen hat Galilei noch eine große Menge anrderer sehr wichtiger Entdeckungen gemacht, von wel-chen allen an den gehörigen Stellen Nachricht gege-ben werden wird.
Ueber das Wesen und über die Ursache der Schwerre bekümmerte sich Galilei nicht; er sagt vielmehrausdrücklich, daß man von allen diesen nichts wisse.Der Nahme Schwere sey ein bloßer Ausdruck, denman im gemeinen Üben fowol als in den Wissenschafrtcn nöthig habe; was es aber für ein Princip oderwas es für eine Kraft sey, wodurch ein Stein, wel-cher entweder sich frey überlassen oder nach irgend ei-ner Richtung hin geworfen wird, gegen die Erde gertrieben, oder wodurch der Mond im Umlauf gebrachtwerde, das sey uns gänzlich unbekannt.
Des Galilei Zeitgenosse, der berühmte Astro-nom Johann Kepler, welcher zu Leonberg indemWürtenbergischen im Jahre U71 gebohren war, hat-te schon einen richtigern Begriff von der Schwere, alsalle feine Vorgänger. Er schränkt sie nicht blos aufdie Körper unserer Erde ein, sondern erstreckt sie auchauf den Mond, die Sonne und die Planeten. Ersagt, die Schwere sey nichts anders, als ein körper-liches
k) Discorsi e dimostrazione matematiche intorno a duenuove scienze attenenti alia Mecanica ed i muovitnentilocali Leid. 1638 4. und in den opere di Galileo Ga-lilei . Firenje 1718. T.I- 1 II. 4. T.II. p. 479.