ic6 I. Geschichte dcr Physik bis;u Cartcsüis.
vorher erschienenen q ) die glorreichste Vertheidigungder Copcrnicanischen Weltordnuug aus. Man solltesich in der That wundern, daß Galilei mit Geneh-migung eine solche Vertheidigung, welche der Mey-nung der Scholastiker.und der kehre des beliebten Arirsiocelcs ganz entgegen war, öffentlich bekannt machendurfte. Allein aus der Vorrede dieser seiner Gesprächescheint zu erhellen, daß selbst im Tribunale zu Rom Männer gewesen sind, die ebenfalls von der Copcrni-canifchen Weltordnung überzeugt waren, gleichwolaber diese Meynung öffentlich zu behaupten sich nochriicht gccraueten, und welche vielleicht dieserwegcn mitdem Galilei viel Nachsicht mögen gehabt haben,wie dieß besonders aus der milden Strafe, womit ihnnachher das Tribunal belegte, zu erhellen scheint.Galilei sagt nämlich in gedachter Vorrede: mansey auswärts der Meynung gewesen, und habe selbstin verschiedenen Schriften zu erkennen gegeben, alswäre die öffentliche Verurtheilung der CopcrnicanischenWeltordnuug daö Werk eines Tribunals gewesen, demdie Gründe, welche man dafür anführen könne, gänz-lich unbekannt geblieben wären; er wolle vielmehrdurch die Bekanntmachung seiner Schrift zeigen, daßdie hehrer in Italien eben so gut, als die gelehrtestenAusländer mir diesen Gründen bekannt wären.
Man kann sich leicht vorstellen, daß solche Ver-theidigungen des Copernicanischen Systems sehr vielAufsehen machen, und die Peripatetiker zur bitternGalle reizen mußten, da sie auf eine wahrheitsliebende
Art
q) Novantiqua SS. patrum et probatorum Theologorumdoctrina de sacrae scripturae testimoniis in conclusioni-bus mere naturalibus temere non uitirpandis. ital. etlat, August. 163Ö. 4.