Band 
Erster Band. [Erste Periode.]
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125
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i. Allgemeine Physik.

12.5

Cop e rnicus hat man gar nicht mehr gezweifelt, daßsie um die Sonne in eigenen, und zwar, wie Ke st-ier erwiesen hat, in parabolischen Bahnen laufen.

Gleich nach der Entdeckung des Fernrohres ent-deckte Galilei an der Venus die nämlichen Lichtabrwechftlungen, wie beym Monde unserer Erde, undschloß daraus mit Recht, daß dieser Planet ein fürsich dunkler Körper sey, welcher seine Erleuchtung vonLer Sonne erhalte.

Ferner beobachtete auch Galilei im Jahre 1610mittelst des Fernrohres die wunderbare Gestalt des so-genannten Saiurnusringeö *), welche er dreyfachnennt (appgruit tergeminus, vel iricorporeus , figuraoblonga, ut utrique lateri duo comites adhaerereviderentur), nachdem aber nachher der Ring ver-schwunden war, und der Saturn völlig rund erschien,so verfolgte er diese Beobachtung nicht weiter.

Von den Nebenplaneten war vor Erfindung derFernrohre kein einziger, ausser dem Monde unsererErde, bekannt. Allein schon im Jahre 1609 bemerk-te Simon Marius, oder Mayer in Anspach ,Mathematiker der Brandenburgischen Marggrafen inFranken, durch eines der ersten Fernrohre, welche nachDeutschland kamen; um den damals rückläufigen Ju-piter vier kleine Sterne, welche beständig in geraderLinie mit ihm bald auf dieser, bald auf jener Seitestanden. Er vermuthete daher, daß diese Sternekeine Fixsterne seyn konnten, sondern er kam vielmehrauf den Gedanken, daß sie dem Jupiter als Begleiter

zuge-

I) Epistolae de iis, quae post edit. nuncii siderei ope per-spicilli nova et admiranda in coelo deprehensa funk,praemissae dioptricae Kepleri, Aug. Vind. löll. 4.