146 I. Geschichte der Phpsik bis zu Cartesius .
selben am weitesten sind d. h. wenn der Mond vomAequator am weitesten absteht, oder ein Mondstillstaudstatt findet. Hingegen tritt die Ebbe ein, wenn sichder Mond im Acqnaror beweget. Mithin verfließenzweymal in einem Monare 7Tage von der Fleuh bisznr Ebbe, und eben so viele Tage von der Ebbe biszur Fluch. Ferner zeigt Stevi n, daß um die Zeitdes Neu - und Vollmondes die Fluch deßwegen stär-ker sen, weil zu dieser Zeit der Mond eine größereAnziehung gegen das Mccrwasser ausübe. Auch suchtStevin die Gründe anzugeben, warum die Ebbeund Fluth in geringen Wassern nicht so merklich, wieim Weltmeere sey; bey dieser Untersuchung scheint eraber nicht conseqncnt genug zu seyn. Endlich erklärter noch die verschiedenen Abänderungen oder Ausnah-men in Rücksicht des allgemeinen Ganges des Meer-Wassers bey dieser Bewegung; warum sie in gewissenGegenden in der entgegengesetzten Richtung geschehe;warum sie eher in gewissen östlichen Strichen, als iitden westlichen eintrete; und warum sie in andernStrichen nur einige Tage nach dem Neu - oder Voll-monde stakt finde. Einige Jahre darauf hatte auchKeplec den Gedanken, die Ebbe und Fluch für eine'bloße Wirkung des Mondes zu halten *). Erfugt, der Mond würde das ganze Wasser des Welt-meeres an sich ziehen, wenn es nicht durchs Anziehender Erde zurückgehalten würde. Diese Vermuthungüber die Ursache der Ebbe und Fluch hat er jedochweiter keiner Untersuchung unterworfen, sondern viel-mehr an andern Stellen nach seiner Gewohnheit indichterischen Auödrückungcn davon gesprochen.
Was
3) Astron. uova tradita commentar, de metu stellae Mar-tis. Pra. 1609. fol.