Band 
Erster Band. [Erste Periode.]
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148 I. Geschichte der Physik bis zu Cartesius .

Zeiten aber hat man diesen Strom von ganz andernUrsachen herzuleiten gesucht, wovon in der Folge.

Daß die Flüsse und meisten Bache des festen Lau»des ihren Ursprung von den Quellen haben, ist eineganz bekannte Sache. Weil nun beynahe alle Flüsseinö Meer sich ergießen, so müssen nothwendig dieQuellen um ein beträchtliches höher als das Meerliegen. Auch lehrt die Erfahrung, daß die Quel-len an und neben Bergen, oder doch wenigstens an sanftaufsteigenden Anhöhen entspringen. Hier einsteht alsonun die wichtige Frage, wie das Wasser auf eine sobeträchtliche Höhe über die Meeresfläche gebracht wer-den könne, fo daß die meisten und beträchtlichsten Quel-le» nie versiegen ? Diese Frage ist von jeher verschiedenbeantwortet worden. Aristoteles und die Perripatetiker glauben, daß die Quellen mit der größtenWahrscheinlichkeit ihr Wasser vom Regen, Schneeund andern wässerigen Theilen aus dem Luftkreise er-hallen, welche die Berge oder hohen Orte einziehen,und in Behälter einschließen. Ueberdem könnte auchvielleicht noch die Luft, welche die in den Bergen ein-geschlossenen Behälter enthielten, in Wasser verwan-delt werden. Die Gründe dieser Meynung sind nachihnen folgende: i. sey es eine bekannte Sache, daßaus der Luft durch Verdichtung mittelst der Kälte Re-gen entstehe; da aber in den Hölen der Erde ebenfallsLuft enthalten sey, so könne es auch keinem Zweifelunterworfen seyn, daß die Luft aus gleichem Grundein Wasser verwandelt werden könne, i. lehre die Er-fahrung, daß in der Erde aus kleinern Wassertröpf-chen größere sich bildeten, und sich in einem Theile derErbe nach und nach zu einer wirklichen Wassermasseanfammleten, und z. wären die meisten Quellen an

Ber-