3 o 6 II. Von Cariosius bis Newton.
nennt, das Wasser höher hinaufsteige, als es imGefäße steht, worin die Röhren eingetaucht sind.Diese Erscheinung mußte nothwendig, auffallend seyn,da ste eine Ausnahme von dem bekannten hydrcstaii-scheu Satze zu machen schien, daß nämlich zweySäulen von einerley flüssigen Materie nicht andersim Gleichgewichte seyn können, als wenn ihre Ober«flachen gleich hoch d. i. in eben der horizontalen Flä,che liegen.
Der erste, welcher diese Beobachtung machte,soll nach de la Lande") Franz Aggiunti,Leibarzt des Großhcrzogs von Toscana, einer von denStiftern der Akademie del Cimento , welcher im Jah-re >6sZ gestorben ist, gewesen seyn.
Honoratus Fabri *) führt folgende dreyErscheinungen an den Haarröhrchen umständlich an:
1. Wird eine solche Röhre in ein Gefäß mitWasser geraucht, so steigt dieß in selbiger höher, alseö von außen im Gefäße steht.
2 . Dieses Steigen erfolgt desto höher, je engerder Durchmesser der Röhre ist.
Z. Aber nie steigt eö über die obere Oeffnung derRöhre hinaus, so daß eö von außen wieder herablaurfen könnte.
Auch bemerkt er noch, daß vermöge der Versuchedas Wasser in langen Röhren höher hinaufsteige,als in kurzen. — Allein diese Versuche sind ganzirrig, wiewol ste nachher einige Naturforscher eben-falls als richtig haben finden wollen. Uebrigens er-klärt
u) Differ. für la cause de l’e'Ievation des liqueurs dansles tu des capillaires. a Paris 1770