j. Allgemeine Physik, a. von der Luft. 4*3
Alle diese Versuche, welche keinen Zweifel vondem Drucke der Lust übrig ließe», wurden bald berkaunt, und Gurr icke selbst zeigte sie im Jahre 16^4in Gegenwart des Kaisers Ferdinand III. und ei-nigcr deutsche» Fürsten auf dem Reichstage zu Rergensburg. Sie erregten damals viele Aufmerksam-kM, so daß selbst der Kurfürst von Maynz und Vi-schaff von Würzburg Johann Philipp sich eineLuftpumpe von Gucricken aurbat, welche der da-malige Professor zu Würzburg Caspar Schott zuerst beschrieb k ). Durch diese Schrift wurde auchdie Luftpumpe dem Engländer Robert Boyle be-kannt, ber sie in etwas verbesserte, und damit eben-falls verschiedene Versuche, um dadurch dezr Druckder Luft zu beweisen, anstellte. Unter andern, dieauch schon Otto von Gu er icke gemacht hatte,stellte er öfters Versuche »nit der Quecksilbersäulein Torricelli'S Röhre an, welche ebenfalls bewie-sen, daß der Druck der Atmosphäre die alleinige Ur-sache der Erhaltung des Quecksilbers sey l ). Er fülltenämlich eine au einer Seite zugeschmolzeue etwa z Fußlange und £ Zoll weile Glasröhre mir Quecksilber an,und brachte sie, wie Torricelli , mit der Ocffnungunterö Quecksilber in einem schmalen Glase; diesenApparat versenkte er hierauf niit Vorsicht in einengläsernen Recipienten, lind verlukirte alles gehörig,damit keine äußere Luft eindringen konnte. Nachdemer nun mit seiner Luftpumpe zum ersten male die Luft
aus
k) Mechanica hydraulico - pnevmatica. Herbip. 1657. 4.in append. unter dem Titel : experimentum novumMagdeburgicum.
l ) Nova experimenta physico-mechanica de vi aeris elasticaet ejusdem effectibus. Genevae 1653. 4. experim. 17.f. 39. lgg.