i. Allgemeine Physik, a. von der Luft. 429
Uebrigens ist es gewiß, daß Otko von Gue,kicke schon vor Torricelli den Gedanken gehabthak, den Druck der L.uft durch einen Versuch mit derWasserrohre zu beweisen, und zu messen; auch hakte,r Versuche dieser Art auf dem Reichstage zu Re,geusburg gezeigt *). Ebendaselbst wurde ihm auchdie Torricellische Röhre mit Quecksilber derkannt. Daß aber der Druck der Atmosphäre verän,derlich sey, scheint er erst nach >6s6 wahrgenommenzu haben, weil er in den Briefen an den P. Schottbis auf diese Zeit davon nichts erwähnt; auf die Er,studuug feines Wettermännchens scheint er endlich auchum das Jahr 1658 gekommen zu seyn.
Die erste einfachste Einrichtung des Barometersist die, wie sie Torricelli zur Entdeckung und Be-stätigung des Drucks der Luft gebraucht hakte, unddaher auch noch bis jehr die Torricellische Röh-re, und der in selbiger bewirkte leere Raum die Tor,ricellische leere genenntwird. Sie besteht näm-lich aus einer gleich weiten etwa z Fuß laugen glä-sernen Röhre, deren eine Oeffnuug zngcschmolzen ist,die mit Quecksilber angefüllt, und hierauf mit derOeffnung in ein Gefäß mit Quecksilber gebracht wird.Diese erste Gestalt des Barometers, so einfach sieauch war, hatte doch die Unbequemlichkeit, daß Röh-re und Gesäß nicht zusammeuhicngen, und daherärs Fortbringen von einem Orte zum andern beschwer-lich war; überdem erforderte es auch unnölhiger Wei-st sehr vieles Quecksslber, und war auf solche Art ge-wisser Maaßen kostbar. Alles dieß gab Veranlassung,auf eine andere bequemere Einrichtung dieses Iustru-
men-
a) Gaspar. Schotti technica curiosa s. mirabilia artis 1564,
4. p.*5-34*