2. Besondere Physik, e. vom Wasser. 221
lief) fallen, und es könnte unmöglich während solcherRegen, oder gleich nach ihnen, jemals steigen, wie esdoch vermöge der Erfahrung gewöhnlich zu thun pflege.Daraus zieht nun Hübe die Vermuthung: daß dietust auf eine uns unbekannte Art in Wasser verwan»delk werde, widerspreche der Erfahrung. Zugleichäußert er, weil diese Hypothese, selbst aus andernGründen, nicht wahrscheinlich sey, daß er derselbengar nicht würde erwähnt haben, wenn ihr de tuenicht seinen Beyfall gegeben hätte.
Dagegen führen diejenigen, welche de Lüe bey»pflichten, folgendes an: die Erfahrung lehre wirklich,daß bey der plötzlichen Entstehung der Wolken von be»trächklicher Größe und der Regengüsse jederzeit starkeWinde entstünden; bildeten sich aber Wolken langsam,so würden auch die leeren Räume, welche dadurch ent»stünden, von der angrenzenden tust allmählig ange»füllt, ohne eben große Stürme auf der Erdfläche zuveranlassen. Ueberdem könn« es aber auch in denobern Regionen starke Winde geben, da indessen ander Erdfläche eine vollkommene Windstille herrsche.In Einsetzung des Barometers aber sey es ja eine be»kannte Erfahrung, daß dasselbe gewöhnlich zu fallenpflege, wenn sich Wolken zu bilden anfangen, oderwenn es regnen wolle, besonders bey der Entstehungeines Landregens; und wenn das Barometer wiedersteige, so geschehe dieß erst nach Verlauf eines Zeit»raums, während dessen der Gewichtsverlust, welcherdurch Zersetzung der Lust entstanden war, durch Luftaus den angrenzenden Gegenden reichlich hätte ersetztwerden können. Man habe daher gar keine Ursache,dieser Einwürfe wegen die Entstehung des Regens durchZersetzung der Luft aufzugeben.
Hübe