576 V. Von Priestley bis aufd. neuesten Zeiten.
man sich zu dem Irrthum verleiten lassen, daß dieElekrrisirung der Wolken dem Elektrisiren bey unsernVersuchen ähnlich sey, ohne zu untersuchen, woherdie Wolken so stark positiv und negativ elektrisirt wer»den. Line genauere Untersuchung der Umstände aberleite uns natürlich auf den Gedanken, daß vor dementstandenen Blih die Menge der elektrischen Materie,welche ihn bilde, weder in den Wolken noch sonst wohat seyn können.
Allein nun entsteht die Frage, woher die elektri»sche Materie des Blitzes entstehe? D e Lüc kann dies«Frage nicht anders als so beantworten: eS gefche,hen in der Atmosphäre Zusammensetzungen und Zer»sehungeu, woraus elektrische Materie auö den schonvorher da gewesenen Bestandtheilen gebildet, oderauch in diese Bestandtheile wieder umgeändert werde,so wie aus den aufgestiegenen Dünsten wahrscheinlichtust gebildet, und umgekehrt die Luft wieder in Dünstezersetzt würde. Wenn die Bildung der elektrischenMaterie langsam von stakten gehe, so entstehe Luftelek«tricilät; erzeuge sich aber eine plötzliche und eine über,aus große Menge elektrischer Materie, so entstehe einBlitz. Woraus aber die Bestandtheile bestehen, unddurch welche Operation die Zusammensetzung erfolge,dieß sey uns noch unbekannt, indem hierbey eine gernauere Kenntniß über die Natur und Entstehung derelekrrkschen Materie vorausgesetzt werde, als wir jetztnoch besäßen. Indessen ist er geneigt zu glauben, daßdas Licht bey Trzeugung der elektrischen Materie vor,züzlich im Spiele sey.
Nach de Lüc's Theorie hat Lampadi uS *) denBlih mit dem papinianischen Digestor verglichen. Die
in
a) Versuche und Beobachtungen über die Elektricität und
Wärme