578 V. Von Priestley bis aufd. neuesten Zeiten.
sphärischen Luft angetroffen wird, so ist es ihm wahr»scheinlich, daß die Elektricität auf Verwandlung derDämpfe in Luft verwendet werde.
LampadiuS weicht von de Lüc'S Theorie nurIn folgendem ab: de tüc behauptet nämlich, daß dieWolken nie negative Elektricität hätten, und wenn siesich wirklich so zeige, so sey dieß bloße Täuschung, in,dem dieß allein vom Einfluß der Wirkungskreise undder beym Blitze entstehenden Abwechselungen positiverund negativer Luftschichten herrühre. LampadiuShingegen hat auch sehr oft ohne Blitz die Elektricitätder Wolken anhaltend negativ gefunden, und glaubtdaher, daß es wirklich Wolken gebe, welche mit nr»gativer Elektricität angefüllt sind.
Reimarus hat aber doch in seinen neuern Be»merkungen vom Blitze die alte Theorie beybehalten,daß nämlich die Luftrlektricität in den Gewitterwolkenangehäuft sey, und der Blitz in einer Entladung der»selben gegen andere Wolken oder gegen andere Ob»jekte auf unserer Erde bestehe. Er ist daher immernoch der Meinung, daß man die allgemeinen Eigen«schaften und Wirkungen des Blitzes vermittelst elektri»scher Versuche erläutern könne, nur den Grad derStärke ausgenommen. Er sucht alles auf Beobach»tungen wirklicher Wetterschläge zurückzuführen.
In dieser Periode wurde auch eine besondersmerkwürdige Wirkung der Gewitter entdeckt. Bry»done b ) erzählt nämlich einen Fall eines Wetterschlagsohne wahrgenommenen Blitz, wodurch am yten Jult178? in der Gegend um Coldstream in Schottland einKohlrnfuhrmann mit seinen Pferden vor dem Wagen,
da
b) Philosoph. Transact. Vol. LXXVII. p. 61 sq.