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GEOLOGIE VON MITTEL-BÜNDTEN.
dem westlichen Hochgebirge hervortreten, so steht man schon vorPontresina und sieht, jenseits des Inn’s, Cellerina und Samaden. YonMaloja bis Scanfs , auf eine Länge von fünf geographischen Meilen, fälltder Thalboden nur um 580 F. und diese kommen meist auf Rechnung derzwei Stufen, welche die Ebene von Sils und Silvaplana vom St.Moritzer-See , und diesen von Cellerina trennen. In der ganzen Ausdehnnng desAlpenzuges ist uns kein zweites Beispiel einer so auffallenden Gebirgs-bildung bekannt, kein Thal von solcher Ausdehnung und Gulturj dessenThalboden höher liegt, als Rigikulm und die höchsten Gipfel des Jura.Man wird an Quito und die Hochebene des Punosee’s erinnert, oder anden Himalaja und an die Pässe, die aus dem hindostanischen Tieflandnach den Gangesquellen und den heiligen See’n von Tübet aufsteigen.
Und diese ungewöhnliche Anschwellung des Bodens ist nicht auf Ober-engadin beschränkt. Auch östlich finden wir die, einem alten Seegrundähnliche Thalebene von Livigno in einer Höhe von 5750 F.; und westlichmüssen die Bewohner von Stalla und Avers , wie die Hirten von Hoch-asien, das mangelnde Brennmaterial durch Schafdünger ersetzen. Erst ineiner Entfernung von 4—5 geogr. Meilen östlich und westlich von Sa-maden, an der Etsch , Adda und in Ferrera , finden wir Thäler, dieunter 4000 F. eingesenkt sind. Weiter nördlich liegt Bergün noch 4220 F.hoch 5 aber Conters sinkt schon auf 3650 F., und der Thalboden vonSchams auf 3030 F. Auch diese Yertiefungen sind jedoch kaum ursprüng-liche } sie scheinen durch ein Zurücksinken des Bodens und durch Erosionentstanden; denn die grössere Masse des Landes behauptet sich auf weitbeträchtlicherer Höhe bis nahe an Chur , und auf den ausgedehntenHochflächen desselben stehn zahlreiche Dörfer, die daselbst einen von dergrösseren Zahl ihrer Felder und Weideplätze weniger entfernten Sitz ge-sucht haben.
Auf die Temperaturverhältnisse übt diese allgemeine Erhebung desBodens einen nicht zu verkennenden Einfluss aus. Schon TVahlenberg *)
*) Wahlenberg , de yeget. et clira. in Hebet, sept. p. 71, introd.