Leuchtgas.
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hydraulischen Verschluß bilden, der beim Entleeren der Retorten das Zurückströmender Gase hindert. Der überschüssige Teer wird durch ein Rohr zur Teercisterneabgesührt. Die flüchtigeren Stosse werden durch eine Reihe auf- und absteigender, durchWasser abgekühlter Röhren geleitet, den Röhrenkondensator. In ihm wird Teerund das bei der Destillation gebildete ammoniakhaltige Wasser, das Gaswasser,verdichtet. Dieses abzuführen, steht das Röhrensystem luftdicht auf einem Kasten, derdurch senkrechte, aber nicht den Boden berührende Scheidewände in mehrere Fächergeteilt ist. In ihnen sammeln sich die verdichteten wässerigen Massen an. Zur Ent-fernung des letzten Restes von Teer und Gaswasser strömt das Gas dann durch denScrubber oder Waschturm, einen eisernen mit Koks gefüllten Turm, in welchendas Gas unten einströmt und langsam aufsteigend von herabrieselndem Wasser gewaschenwird. Lösliche Stoffe, wie Schwefelwasserstoff, schweflige Säure, Ammoniak, Kohlen-säure werden durch diesen mechanischen Reiniger entfernt. Die vollständige Ent-fernung geschieht aber in dem chemischen Reiniger, durch welchen die flüchtigenStosse vom Skrnbber aus strömen. Er ist ein Kasten, in welchem auf Zwischendeckenvon Weidengeflecht ein Gemenge von 1 Teil Kalk 6a(>, 1 Teil gelöstem Eisenvitriol(oder 2 Teil trocknem Eisenchlorid) und 1 Teil Sägespäne, letztere zur Auflockerungder Mischung liegt. In dieser Masse, die Laming'sche Masse genannt, bildet sichzuerst schwefelsaures Calcium und Eiscnoxydul, das rasch in Eisenhydroxyd übergeht.Mit dem Schwefelwasserstoff des Leuchtgases setzt sich dieses in Schwefcleisen undWasser um; Kohlensäure und Ammoniak bilden mit schwefelsaurem Calcium kohlen-saures Calcium und das in dieser Temperatur unflüchtige schwefelsaure Ammonium;den Rest von Kohlensäure absorbiert der überschüssige Kalk. Das Eisen setzt sich vor-zugsweise um nach der Gleichung: -s- — 1^83 -)- 3HZ). Doch nimmt
man auch an, der Vorgang geschehe nach b>„Oz ^ 3 816, — 21A-8 -fl 8 -s- 3II„0.Die erschöpfte Masse hat eine schwarze Farbe. Durch längeres Liegen an der Luftunter Umschaufeln wird sie wieder wirksam, „regeneriert", nach den Gleichungen:
-st 30 — -st 8.j und 2i8e8 -st 0^ — -st 28. Der dabei ab-geschiedene Schwefel kann gewonnen werden. Das gereinigte Gas strömt in den Gas-
behälter, fälschlich Gasometer gewinnt. Eine große aus Eisenblech verfertigte Glocke,die in ein mit Wasser gefülltes Bassin taucht. In die Glocke, die sich heben und
senken kann, ragt noch eine zweite Röhre, das Abflußrohr ein, und es kann durch
Gewichte der Druck für das Ausströmen geregelt werden.
Das rohe Leuchtgas enthält 1. leuchtende Bestandteile oder Lichtgeber, 4—20°/o,Äthylen (stbst (und die ihm ähnlichen Verbindungen: Propylen tstllg, Bntyten (stlfl, die Methan-glieder Propan lstllz, Butan auch Acetylen lstlst, dann Dämpfe von Benzol (stbl§,
Naphthalin 0,„1Ig und ähnlicher Verbindungen; 2. verdünnende Bestandteile oder Licht-träger: Wasserstoff 85—SO»/», Grubengas 35—40°/o, Kohlenoxyd 5—IO»/o; 3. verun-reinigende Stoffe 1 —7°/o, Kohlensäure, Ammoniak, Schwefelwasserstoff, schweflige Säure,Schwefelkohlenstoff, Stickstoff, etwas Cyan und Cyanwasserstoff, Luft u. s. w. Der 11 stammtaus dem an den glühenden Koks im Inneren des Kessels zersetzten Wasser; deshalb ist er inden ersten Teilen der Destillation nicht enthalten. Gereinigt enthält das Gas namentlichleichten und schweren Kohlenwasserstoff, Wasserstoff, Kohlenoxyd und Stickstoff. Der Teer istebenfalls ein Gemenge sehr verschiedener Stoffe. (Verschiedene Kohlenwasserstoffe, flüs-sige: Benzol 6Z1§, Toluol OZIz, Lylol n. a. Feste: Naphthalin 0,„1lg, Anthracen
An Säuren: 811.,, 60z, Cyanwasserstoff und namentlich Phenol oder CarbolsäureOZIgO und ähnliche Verbindungen. An Basen, Ammoniak, Anilin OZflX; Pyridin 0-11,u. s. w.) Das Teer- oder Ammoniakwasser enthält als Hauptbestandteile: kohlensauresAmmonium, Schwefelammonium, dann auch Chlorammonium, Cyanammoninm, Schwefel-cyanammonium. Die Koks enthalten 90—95°o Kohlenstoff, I—5°/» 14 und O, etwa ö — IOP'aSchwefeleisen und Asche. Die Ausbeute ist sehr verschieden. 100 einer guten Gaskohle,
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