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2 (1891) Elemente und Verbindungen / von ... L. Weis
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Gadolinitmetalle. Ccritmctalle.

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und fast gleichzeitig Eleve noch ein drittes Metall, Scandium darin. Außerdem beschreibt Elevesogar noch Erden der Metalle: Holmium und Tbnlinm (von Thule). Im Samarskitentdeckte Delafontaine die Metalle: Philippium und Decipinm. Lecog de Bois-bandrnn und Delafontaine entdeckten darin das Samarium. Marignac beschreibtnoch zwei Erden: V'/. und Vsl benannt. Von Samarium hat Eleve zahlreiche Verbindungendargestellt. Im übrigen bedürfen diese Metalle überhaupt noch eine genauere Erforschung.Namentlich auch die Angaben von Erookes, Krüß und Nilson, wonach diese Metalle nichtElemente find, sondern Yttrium z. B. aus sieben Komponenten besteht. Außer im Gadolinit findensich dessen Erdmetalle noch in anderen seltenen Mineralien (1. 266). Das Hydrat dieser Erdenzieht, zum Unterschied von Thonerde, aus der Luft begierig OO 2 an, bildet kohlensaure Doppel-salze, ist unlöslich im Überschuß von Alkali, bildet unlösliche oxalsanre Salze, mit schwefel-saurem Kalium lösliche Doppelsalze. Die Oxyde haben die Formel ölzOz; das öl ist wie bei.öl vierwertig, bildet Toppelatome. In freiem Zustand ist nur Yttrium bekannt, aber inseinen Eigenschaften wenig festgestellt. Es bildet farblose Verbindungen; man kennt auch einSuperoxyd öJOg. Die Erbiumverbiudungen sind weich, rosenrot; sein Superoxydhat die Formel 0,0-,. Das Scand ium, so genannt, weil seine Mineralien scandinavisch sind,entspricht dem von Mcndelejesf vorausgesagten Ekabvr (I. 196).

Ceritmetallc: Lanthan, l.a. 138,5; spec. Gew. 6,2. Cer, 6s 141,2; spec. Gew. 6,7.Tidym, 16, 145,0; spec. Gew. 6,5.

1803 entdeckte Klaproth in dem sog. Bastnas-Schwerspat, von der Eisengrube Bastnäszu Riddarhytta in Westmanland-Schweden , eine neue Erde, die er nach der Farbe, die es imGlühen annahm, nach gelblich, Lchroiterde nannte. Gleichzeitig und unabhängig

davon entdeckten Berzelius und Hisinger dieselbe Erde im gleichen Mineral und benanntendas darin enthaltene Metall zu Ehren des 180 l von Piazzi entdeckten Planeten CeresCer ium; das Mineral nannten sie Cerit. Dies Mineral ward viel untersucht, aber erst1839 fand Mosander in der Cererde ein zweites Metall, das er Lanthan nannte, vonverborgen sein, weil es solange verborgen war. 1843 fand er ein drittes Metall,das er als steten Begleiter der zwei anderen, Didym nannte, von Zwillinge. Außer

im Cerit finden sie sich noch in anderen seltenen Mineralien Scandinaviens (I. 267).

Von Im ist nur ein Oxyd, Im/tg, bekannt, von den anderen zwei Oxyde, OsO^viO? undOszOz, OizOz. Die Oxyde iV^Oz bilden wie bei den Gadolinitmetalle» kohlensaure Salze,unlösliche oxalsaure Salze, aber auch mit schwefelsaurem Kalium unlösliche Doppelsalze. Mannennt die Salze von OvzOz, Cero salze, da auch sein Dioxyd, OsOz, Salze, Cerisalze bildet.Ihre Schweselverbindungen sind wie die der Eadolinitmetalle leicht zersetzbar, außer Os^Kz,schon durch Wasser.

XIII. Z j n n m e t a l l e. (I. 203.)

Sinn. Ltoninun. Atomgewicht 118.

Unentschieden ist, seit wann das Zinn bekannt ist. Die Hebraer sollen unter dem WortBedil Zinn verstanden haben; aber dies Wort wird auch gebraucht, das Bleilot der Bauleutezu bezeichnen. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments ist überdies Bedilauch mit übersetzt, welcher Name, wie bei Molybdän erwähnt, ein weiches Erz bedeutet

und daher auch Blei (siehe d.) bezeichnete. Das Wort Bedil ist außerdem mit über-

setzt, das als griechische Bezeichnung für Zinn gilt. Unentschieden ist aber geblieben, ob wirklichZinn darunter verstanden wurde, unentschieden, von welcher Volkssprache das Wortstammt; Herodot läßt diesen Stoff von den ihm unbekannten Kajsiteriden-Jnseln, den bri-tannischen, kommen. Sicherer ist das pluindum eanckickum oder alduin der Römer Zinn ge-wesen. Plinius sagt ausdrücklich ptnrnduin aanckickunr und oassitsron sei einerlei. Erbraucht auch stannnin, aber »ur zur Bezeichnung von Metalllegierungen. Erst seit dem 4. Jahr-hundert findet man das Wort «tannuin für Zinn gebraucht. Die Alchemisten nannten dasZinn, da es Legierungen spröde macht, ckiadolrw nietalloruur, öfter jedoch Jupiter (I. 127).

Vorkommen. (I. 267.) Nicht sehr verbreitet, nie gediegen, fast nur als Zinn-stein. Spuren von Zinn in Mineralwässern und Meteoriten gefunden.