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chlorür. Papier , das damit befeuchtet ist, wird durch 60 geschwärzt. Verbrenntmit schwachleuchtender bläulicher Flamme zu 60». Eingeatmet wirkt es alsheftiges narkotisches Gift; erzeugt schon in wenigen der Luft beigemengtenProcenten dumpfen stechenden Kopfschmerz, dann Bewußtlosigkeit und schließlichTod <1. 84). Ist in hoher Temperatur Reduktionsmittel vieler Metalloxyde. Inhöherer Temperatur zerfällt es in 6 und 0. Bildet weder mit Säuren nochmit Basen Salze. Mit Chlor verbindet es sich im Sonnenlicht direkt zu demgasförmigen Carbonylchlorid 6061», das mit I1»0 zerfällt in 60» 24461.
Kohlenstoff und Stillistoff bilden nur eine Verbindung, das Cyan, 6X, welchessich ganz wie ein Halogen verhält.
T II a n. ox ^ 6z'.
Atomgewicht — Vvl.-Gew. — 26. Mol.-Gew. — 52. Spec. Gew. (Luft ^ 1)
1,802; gefunden 1,806. Im Jahre 1710 ward in Berlin als Ersatzmittel für Ultramarinein Berlinerblau als Geheimmittel angepriesen. Die Erfindung geschah durch den Alchemisten Dippel , welcher durch den Farbenkünstler Diesbach aufmerksam gemacht wurde auf einenblauen Niederschlag, welchen das von Tippet durch Destillation tierischer Stoffe erhaltene Tieröl,„Dippels Ll" mit Alkali und Eisenvitriol erzeugte. Durch Glühen von Alkali mit Blut undNiederschlagen der Lauge mit Eisenvitrivllösuug erhielt Tippel das erste Berlinerblau. 1782gelang es Scheele, den färbenden Stoff der Blutlauge oder des Blutlaugensalzes durchDestillation mit Schwefelsäure zu trennen; er wurde Berliner Blausäure, kürzer Blau-säure genannt. Scheele fand auch, daß die Säure beim Verbrennen Kohlensäure, daß ihre Salzebeim Destillieren Ammoniak liefern; ähnlich Berthollet 1787, welcher auch die Vermutungaussprach, die Verbindung enthalte keinen Sauerstoff. Die wahre Zusammensetzung erkannte1815 Eah-Lusfac, welcher bereits 1811 die luftförmige Säure verflüssigt hatte. Er erkanntesie als Wasserstoffverbiudung eines zusammengesetzten Radikals, das er nach r.m/.-/!-;, blau,Chanogen nannte, wofür Cyan gesagt wurde.
Die Bildung von Cyan durch Vereinigung von Kohlenstoff und Stickstoffgeschieht selbst in der Weißglut nicht unmittelbar, wohl aber wenn stickstoffhaltigeorganische Stoffe mit Alkalimetall, X oder Xu, erhitzt werden. Statt der Metallewendet man die billigeren kohlensauren Salze an. Diese werden in der Weißglutdurch zugesetzte oder durch Verkohlung entstandene Kohle zu Metall reduciert, welchessich dann mit 6 nnd X zu Kohlenstickstoffmetall, z. B. Cyankalium verbindet. Inder Regel wendet man kohlensaures Kalium an; statt Tierkohle nimmt mantierische Stoffe, Blut, Horn, Klauen, Haare, Wolle. Das bei Verbrennung dieserStoffe sich bildende X44^ wird ebenfalls unter Entwickelung von 44 zersetzt zur Bildungvon Cyan. Alan kann auch X44^ über ein stark erhitztes Gemenge von kohlensauremKalium und Kohle leiten. Zweckmäßiger und fabrikmäßig leitet man Stickstoff überein zur Weißglut erhitztes Gemenge von kohlensaurem X und Kohle. 60-0.,X.> -s-462X — 26XXÜZ- 360.
Das Cyan selbst stellt man am besten dar aus Cyanguecksilber, 44^6/2, dasbeim Erhitzen ähnlich wie 44K-0 zerfällt.
Eigenschaften. Farbloses Gas, eigentümlich stechend riechend, Nase und Augenreizend, höchst giftig. Ziemlich leicht verdichtbar, bei 4 Atmosphären, oder bei Ab-kühlung auf —20", fest bei —34". Läßt sich anzünden und brennt mit schön roterFlamme zu 60» unter Freiwerden von X. Mit 0 gemischt, explodiert es heftig.Über 44x aufzufangen, da Wasser das 4—öfache, Alkohol das 20—25sache Volumdes Gases auflöst. Die Lösung des Cyans zersetzt sich, wie auch seine 44 und OVerbindungen, leicht, wobei zusammengesetztere organische Verbindungen entstehen, wes-halb diese Verbindungen auch in der organischen Chemie behandelt werden. Bei Zer-