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2 (1891) Elemente und Verbindungen / von ... L. Weis
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Lcichtuictallc: Erdalkalimetalle-. Lalciccui.

Kchwcfctsaures Calcium, Calciumsulfat, 80,,-0.0a, findet sich monoklinmit 210,0 als Gips; rhombisch uud wasserfrei als Anhydrit, Wird wasser-haltig erhalten als krystallinisches Pulver durch Fällen eines gelösten 6a Salzesmit Schwefelsäure oder schwefelsaurem Salz, Wenig löslich; als Anhydrit bei0"18° in etwa 200 Teilen, als Gips in etwa 400 Teilen Wasser. Leichterlöslich in Lösungen von Ammoniumsalzen, und im unterschwefligsanren Natrium,auch in verdünnter Salz- und Salpetersäure, Bei 100° verliert der Gips raschbis zu 18°/o Wasser, den Rest bei dieser Temperatur langsam, schnell bei 200 bis220°, Der so entwässerte Gips heißt gebrannter Gips; derselbe schmilzt imRotglühen ohne Zersetzung und erstarrt beim Erkalten krystallinisch wie Anhydrit.Wichtig ist seine Umsetzung mit kohlensauren Alkalien, namentlich die mit kohlensauremAmmonium, Das Ammonium des Teerwassers kaun durch Gips, schon beim Filtrieren durchGips, in schwefelsaures Salz übergeführt werden; ein Zusatz non etwas Eisenvitriol hält dabeizugleich Schwefelwasserstoff als 1-'v8 zurück. Jauche versetzt man daher mit Gips; Eompost-haufen, Ackererde bestreut mau mit Gips, weil hierdurch das unflüchtigc gebildet

wird, während das beim Faulen entstehende kohlensaure Mist schon bei gewöhnlicher Tempe-ratur entweicht. Kohle uud Wasserstoff redueieren den Gips im Glühen; alle organischenStoffe reducieren ihn in Lösungen sehr leicht und da dabei gleichzeitig 60z gebildet wird, so wirdSitz entwickelt, weshalb gipshaltigcs Wasser leicht Schwefelwasserstoff, auch Schwefelammoniumentwickelt. Außer als Duugmittel und zur Darstellung von 8<6ldi4st) dient der Gips auchals weiße Farbe uud als Zusatz bei Papierfabrikation und zwar entweder der künstlich durchFüllung erhaltene, oder ein völlig totgebrannter und geschlämmter (Annalin, von der Anna-mühle bei Lsterode), Der gebrannte Gips, mit Wasser zum Brei angerührt, nimmt unterErhitzen das Krystallwasser wieder auf, hält den Überschuß au Wasser aufgesogen zurück undwird dabei fest; um so rascher, je niedriger die Brenntemperatur war, um so schlechter, je höhersie war, da der Gips in hoher Temperatur zusammensintert, tot gebrannt wird. Beimkrystallisierenden Erstarren dehnt sich der Gips aus und dringt in die feinsten Vertiefungender ihn einschließenden Form, Daher seine Verwendung zu Gipsfiguren, Abgüssen, Abdrücken,zu Formen für Porzellan u, s, w,; zu Stuckmarmor, Stucco , zu Mörtel , zu künstlichem Marmor,der durch Einrühren von Farben gefärbt wird. Die Erhärtung wird erhöht, wenn der Gipsmit Leim-, Borax- oder Alaunlösung angemacht wird. Mit Borax angemacht und ein zweitesMal gebrannt giebt den Pariancement; Alaun liefert ähnlich den Marmorcement, Abwaschbarwerden Gipsabgüsse durch Eintauchen in geschmolzenes Stearin oder Paraffin, der Gips gewinntdabei zugleich Elfenbein ähnlichen Glanz und wird durchscheinend. Besser abwaschbar wird erdurch Eintauchen in Barytwasser, wobei Umsatz stattfindet, IlaO.ckist -s- SOzOzOa KtsttAIla -s-OuOzllz, welches letztere weiter an der Luft in 600z6u übergeht, Fasriger Gips dient zuSchmucksacheu, Perlen n, f, w. Feinkörniger Alabaster zu Vasen, Uhrgestelleu u, s, w. Durcheinen Teig aus Kreide, Seife und Milch, mit Flanell aufgerieben, erhält letzterer Wachsglanz.

Phosphorkaurcs Calcium. Es giebt 8 Salze, Normales, (I'O)^,-O^O-r.;anderthalbfachsaures, I'0-(ZH6u; dreifachsaures, (I'O^-OZIjOa; die zweiersten werden leicht erhalten, wenn 666a Lösung mit der Lösung von normalem oderDon gewöhnlichem phosphorsaurem Xa versetzt wird. Das dreifachsaure durch Zusatzvon I'OzlO^ zu den beiden ersten; meist aber beim Behandeln von Knochenasche initSchwefelsäure sS, 63). Wichtig ist, abgesehen von der Verwendung des normalenSalzes der Knochen zur Darstellung von Phosphor und Phosphorsäure, die Bedeutungdieser Salze für die Landwirtschaft, da sie die Quelle des Phosphors in Pflanzen undTieren sind.

Das normale Salz findet sich mineralisch als Apatit und Phosphorit (I, 237) sehr ver-breitet, ist aber außerdem in geringer Menge in den meisten Gcsteinsarten enthalten und gelangtdurch deren Verwitterung in den Ackerboden. In Wasser unlöslich, wird es löslich in Wasser,welches Ammoniumsalze, Kochsalz und namentlich sog, Humuskörper (I, 209) enthält. Sogelangt Phosphor (S, 62) in die Pflanzen , namentlich in deren Samen, besonders in die