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Handbuch der Gletscherkunde / Albert Heim
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Eis unter Druck. Regelation.

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Aufheben des Druckes zum festen Zusammenfrieren (Rege-lation) wesentlich mitwirken. Zug erniedrigt hingegennach Joule die Temperatur des Eises und bringt damitin Berührung stehendes Wasser zum Gefrieren.

2. Die Regelation. Faraday fand 1850, dass,wenn zwei angefeuchtete Eisstücke zusammengebrachtwerden, die dünne Flüssigkeitsschicht zwischen denselbengefriert, so dass die Stücke zusammenhaften. DieseErscheinung, die er Regelation nannte, war früher vonden Gletschertheoretikern übersehen worden, obschon siein einer ihrer Wirkungen, dem Ballen des feuchtenSchnees, längst allbekannt ist. Die Regelation findet beistarkem Zusammenpressen der beiden Eisstücke schnellerstatt, Druck ist aber keine absolute Bedingung derRegelation. Sie tritt auf im Vacuum , in der Luft wieunter Wasser, sogar unter warmem Wasser bei leichtemandauerndem Berühren ohne Druck; sie tritt aber nichtauf, wenn die Umgebung unter 0° steht und die Eis-stücke ganz trocken sind.

James Thomson hat die Regelation durch die obenbesprochene Temperaturerniedrigung durch Druck er-klärt und Helmholz hat diese Erklärung bestätigt. Druckist zwar keine absolute Bedingung, aber mit dem Druckund mit der Zeit seiner Einwirkung wird die Regelationrasch gekräftigt. Für Regelation schon ohne Druck dürftefolgende Erklärung der Natur entsprechen: Jedes Eis-stück in einer Umgebung von 0° ist inwendig wenigstensum etwas, oft sogar um vieles kälter als auswendig.Die ursprünglich der erweichenden Oberfläche ange-hörigen Wasser- und Eisteilchen werden an der Be-rührungsstelle denjenigen Bedingungen genähert, welchedem Innern des zusammengesetzten Eisstückes entspre-chen, sie müssen also wieder festfrieren. Uebrigens wirdschon durch die Wirkung der Krystallisationskräfte eineganz dünne, flüssige Schicht zwischen zwei kristallisierten,festen Stücken der gleichen Substanz sich leichter ver-festigen, als ohne solche Kontaktwirkung. Die Regelationerinnert an das Schweissen der Metalle, das auch nurnahe bei der Schmelztemperatur eintritt. Trotz dieser