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Bestimmung der er- Das Quantum der für die Bevölkerung einer grossen Stadt erforderlichen
forderlichen Wasser- 'Yy assermen g e schätzt man gewöhnlich auf täglich 20 Gallons oder etwa l - 6 Eimer permenge. K 0 pf. Die Einwohnerzahl Wien’s betrug bei der letzten Zählung vor etwa 5 Jahren
476.222 Seelen, mag jedoch mittlerweile auf nahezu 500.000 Seelen gestiegen sein.Rechnet man nun anstatt 1 • 6 Eimer volle 2 Eimer per Tag für jeden Kopf, so ergiebtsich das Quantum von 1,000.000 E imern, als der wirkliche tägliche Bedarf der StadtWien in ihrer jetzigen Ausdehnung.
Durch die Annahme von vollen 2 Eimern per Kopf ist allerdings ein nichtunbedeutender Zuschlag in Rechnung genommen.
Da es aber beabsichtigt wird, die Hälfte dieses ganzen Quantums ausschliess-lich zur Bespulung der Strassen und für andere öffentliche Zwecke zu verwenden; daferner die fortschreitende Zunahme der Bevölkerung, welche alle grossen Städte auf-weisen, und welche in Folge der günstigen Lage Wien’s hier um so weniger aus-bleiben wird, ebenfalls nicht ganz unberücksichtigt bleiben darf; da endlich der Wasser-consurn keinesweges erschwert noch beschränkt werden soll, sondern es im GegentheilZweck der Anlage ist, den Verbrauch desselben in vielfacher Beziehung zu fördernund zu vermehren: so kann wohl das Quantum von 1,000.000 Eimern per Tagals dasjenige Mass gelten, welches die künftige Wasser-Versorgungjedenfalls liefern muss, um allen berechtigten Ansprüchen genügenzu können.
Der somit ermittelte Bedarf von 2 Eimern oder 113 Liter täglich per Kopfstellt Wien bezüglich des Wasser-Quantums, im Vergleiche zu anderen Grosstädten,auf eine — wie es scheint durchaus richtige — Mittelstufe zwischen diejenigen Orte,welche das Mass des Wasser-Verbrauches auf ein Minimum beschränken mussten, unddiejenigen, welche für aussergewöhnliche Leistungen, für eine übergrosse Anzahl vonSpringbrunnen, für Berieselung von Feldern und Gärten etc. ausnahmsweise grosseQuantitäten consumiren.
Beschaffenheit des zu Eine nicht minder sorgfältige Berücksichtigung verdient die Beschaffenheit
liefernden Wassers. d es zll liefernden Wassers, namentlich desjenigen, welches zum Trinken und für anderehäusliche Zwecke bestimmt ist.
Dies Wasser soll zu allen Zeiten möglichst rein, d. h. frei von irgend welchenfremdartigen Bestandtheilen, von chemischen Verunreinigungen, wie von mechanischenBeimengungen, namentlich aber von lebenden thierischen oder pflanzlichen Organismensein, dabei von entsprechender und gleichmässiger Temperatur, kühl im Sommer undnicht zu kalt im Winter — es soll mit einem Worte die Vorzüge eines klaren,frischen Quellwassers in sich vereinen, und zu allen Zeiten ein gesundes, wohl-schmeckendes Getränk bilden.
Leitungen des Was- Dies Wasser soll ferner in alle Gegenden der Stadt geführt werden. Kein
sers in das Innere der Bezirk, keine Strasse, kein Haus soll in dieser Beziehung zurückgesetzt und auf denHausei. Verbrauch eines schlechten Wassers angewiesen bleiben. Bis jetzt sind bekanntlich zwei