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Wien's Wasserversorgung : eine Denkschrift ... / Aug. Fölsch und Carl Hornbostel
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grosse Stadttlieile, clie Landstrasse und die Leopoldstadt, mit zusammen etwa 115.000Ein-wohnern, von der Wohlthat einer Wasser-Versorgung gänzlich ausgeschlossen.

Das Wasser soll endlich unter so hohem Drucke in den Böhrenleitungen bereitgehalten sein, dass es jederzeit auch in den höchstgelegenen Theilen der Stadt in dasInnere der Häuser, und zwar selbst in die oberen Stockwerke derselben geleitetwerden kann.

Diese Art des Verbrauches ist allerdings hier noch nicht allgemein üblich.

In verhältnissmässig wenigen Fällen hat man bisher die Leitungen in das Innere derGebäude geführt, und die grosse Unannehmlichkeit des Wasserzutragens von derStrasse oder vom Hofe und über die Stiegen dürfte erst dann vollständig anerkanntwerden, wenn man sich an ein dircctes Abzapfen von Wasser in allen Stockwerkender Häuser gewöhnt haben wird.

Dies mühsame Zutragen von der Strasse herauf führt selbstverständlich zu einer Vermeidung- von Ausängstlichen Beschränkung des Wasserverbrauches gerade dort, wo eher ein Uebermassder Verwendung anzurathen wäre. Der penetrante Geruch auf den Gängen so vielerWohnungen ist schon manchem Fremden aufgefallen. Die schädlichen Folgen dieserAusdünstungen, welche mehr oder weniger selbst bis in das Innere der bewohntenBäume dringen, und welche unmöglich ohne nachtheiligen Einfluss auf die Gesundheitder Hausbewohner bleiben können, hat man bisher vielleicht bei Weitem nicht genugberücksichtigt. In manchen Fällen dürfte hier der Grund des so häufigen Auftretensund der schnellen Ausbreitung epidemischer Krankheiten zu suchen sein, und nur dieZuführung grösserer Wassermengen in das Innere der Gebäude vermag in dieser Be-ziehung durchgreifenden Wandel zu schaffen.

Ist nur erst die Möglichkeit dargeboten, überall ein gutes Wasser in reich-licher Menge und um einen massigen Preis in das Innere der Wohnungen leiten zukönnen, so w r erden zuerst alle Neubauten sich diesen Vortheil zu Nutze machen. Nachund nach gewännt diese Einrichtung eine immer weitere Ausbreitung und wird in nichtgar langer Zeit zu einem allgemeinen Bedürfniss. So lehrt es die Erfahrung andererStädte. Das Gleiche hat auch in Wien zu geschehen, und erst dann wird der gemein-nützige Zweck einer derartigen Anlage in vollem Umfange erreicht sein.

Beichliche Wasser-Versorgung im Inneren der Häuser und geeignete Abfluss-Canäle sind die beiden Grundbedingungen, ohne welche an die Aufrechthaltung derBeinlichkeit und überhaupt an ein enges Zusammenwohnen in grossen Städten nichtmehr gedacht werden kann.

Die eine dieser Anlagen unterstützt und fördert die Functionen der anderen.

D as im Inneren der Pläuser verwendete Wasser wird nämlich noch einmal wieder nutzbargemacht, indem es in die Unraths-Canäle abfliesst und denselben die Abführung vonmancherlei Stoffen erleichtert, welche sich ohne eine kräftige Spülung darin ansammeln,in Fäulniss gerathen und vielerlei ernste Unzuträglichkeiten herbeiführen.

Nicht allein für den häuslichen Gebrauch, sondern auch für die mannigfachen Wasserlieferuug fürBedürfnisse der Privat-Industrie soll ein gutes reines Wasser überall und in hinreichen- m dustrielle Zwecke,der Menge verfügbar sein. 1 *

diinstungen im Inneren der Häuser.

Reinspüleu der Un-rahs-Caniile.