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Fragestellung über die Entstehung der Centralmassive.

bedeckt habe, dass ferner seine Schieferung wie die regelmässige Zerklüftung derBasalte und Porphyre und mancher Granite erst mit seiner Erstarrung einge-treten sei. 1 )

Betont man hingegen die in zweiter Linie aufgeführten Lagerungsverhältnissestärker, so gelangt man mit Favre, Lory und anderen dazu, die Schieferung derGesteine der Centralmassive als ursprünglich horizontal aufzufassen und schreibt danndie Aufrichtung derselben den gleichen Ursachen zu, welche auch gleichzeitig dieSedimente aufgerichtet haben. Die Centralmassive erscheinen dann als Falten derErdrinde unabhängig vom Auftreten von Eruptivgesteinen und ganz analog den-jenigen der Sedimente, die Fächer als aufgebrochene Gewölbe.

Wir suchen in diesem Abschnitte nach Beobachtungen, die zu entscheidenim Stande sind, welche von den beiden genannten Theorien der Alpenbildung mitder Wahrheit in Uebereinstimmung steht. Jede steht in gleicher Weise auf denersten Blick mit den Thatsachen in Widerspruch, denn jede ist zunächst aus ein-seitiger Betonung der einen und Nichtachtung der anderen Art von gegenseitigerLagerung der Sedimente und krystallinischen Silicatgesteine hervorgegangen. Alleindie Thatsachen können sich nicht widersprechen, der Widerspruch liegt nur in derUnvollkommenheit unserer Erkenntniss. Weil der jetzige Stand unseres Wissenseine dritte Theorie der Alpenbildung fast undenkbar macht, muss wohl für die eineder genannten Anschauungsweisen der Widerspruch mit den Thatsachen ein blosscheinbarer sein; er wird sich lösen. Mit dieser Hoffnung unternehmen wir unsereUntersuchung.

Die Reflexionen und Untersuchungen von Lory 2 ) suchen die letztere derbeiden Ansichten mit den ihr widersprechenden Fällen, wo die Sedimente discor-dant auf den krystallinischen Gesteinen liegen, zu versöhnen. Lory glaubt nämlichBeweise für eine zweimalige Dislocation in den Alpen gefunden zu haben. Dieälteren Gesteine bis und mit der Steinkohlenformation waren schon theilweise auf-

*) Vergleiche als neueste Arbeit hierüber: ß. Studer, „Gneiss und Granit der Alpen, “ Zeitschr. d.deutsch , geol. Ges. 1872 und „Geologisches vom Aargletscher, Berner Mittheil. 1874.“ Ich citire im Allgemei-nen lieber die neuesten Schritten der betreffenden Forscher, indem nur hier die Ansichten zu finden sind, aufwelche wir uns heute beziehen müssen, und wir oft einem Forscher Unrecht thäten, wenn wir ihm die An-sichten, die er früher aussprach, auch heute noch unverändert unterschieben würden. In diesem Falle findenwir zwar die gleichen Aussprüche schon in den Arbeiten von 1839.

2 ) „Structure des Massifs centraux des Alpes“ im Bull, de la Soc. Gdol. de France III. Serie T. I.