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3 (1842) Familie der Wassersterne, Wolfsmilchgewächse und Rauten, der Seifenbäume, Malven, Storchschnäbel, Sauerklee- und Nelkengewächse: Callitricheae, Euphorbiaceae et Rutaceae, Sapindaceae, Malvaceae, Geraniaceae, Oxalideae, Caryophyllaceae / von H.G. Ludwig Reichenbach
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Oallitriclie, Wafferstern. Rauteng ewächse. 9

Farbe der meisten Früchte ist bleichgelblich etwas ins bräunliche (zuweilen auch grün-liche) spielend. Man steht an den Früchten öfters nicht alle Saamen vollkommenausgebildet, indem einer oder zwei davon fehl schlagen. Die Kapsel sitzt auf ei-nem deutlich bemerkbaren Stielchen, welches zuweilen ziemlich lang und unterwärts ge-krümmt ist. Hier unterscheiden sich drei Formen, die beiden ersten ziemlich beständig,a. rivularis, kommt in Bächen und kleinen Flüssen vor und man findet sie dasganze Jahr hindurch, selbst im Winter. Von dieser sowol als auch von der folgendenForm werden im Kreise Henneberg, namentlich in Schleusingen die Spitzen der Aesteund des Stengels im Winter unter dem NamenHockauf" als Salat gegessen.Unter diesem Namen wird doch auch Montia fontana verstanden. Jene ist von derfolgenden Form schon durch das dunkle Grün auf den ersten Blick zu unterscheiden.Die Rosette ist gewöhnlich bei den Aestchen aus zwei bis drei und die ani Stengel aus 4 5 Blätterpaaren zusammengesetzt. Der Stengel ist besonders gegen dieSpitze zu stark verdickt. Sie kommt blos in stehenden Wässern vor, namentlich inPfützen und Gräben, wo sich Regenwasser sammelt, oft in Gemeinschaft der 6. verna.Die Blätter sind gewöhnlich nicht an der Spitze so zugerundet wie bei «. sondernverschmälern sich mehr, von der Mitte nach der Spitze zu. y. microphyllaerzeugt sich aus der vorigen Form, wenn das Wasser verdunstet, wo sie dann mitAusnahme der Blüthentheile in allen übrigen Theilen viel kleiner erscheint.

C. platycarpa Ktzg. Es trifft sich oft, daß die untern linealischen Stengelblät-ter nicht mehr vorhanden und dann alle Stengelblätter eiförmig sind, ist man daherim Zweifel welches leicht geschehen kann, da diese nur selten im fruchttragendenZustande angetroffen wird so hat man nur nach den untern Blättern der jüngernAeste zu sehen, welche hier immer linealisch erscheinen. Es ist merkwürdig, daß manhier Formen mit sehr kurzen Staubfäden antrifft, welchen Character sie ziemlich con-stant behaupten, die breitem Blätter sind jedesmal an der Spitze deutlich ausgekerbt,die linealischen zuweilen zweispaltig.

Bei Ä. d. agona bemerkt K. daß das Verhältniß der Staubfäden zu den Deck-blättchen immer dasselbe bleibt. Nach einer zwei Jahre hierdurch fortgesetzten Beob-achtung fanden sich die Staubfäden in jedem Jahre sehr kurz. Nur bei ver Formcespititia werden sie zuweilen etwas länger, so daß sie die Deckblättchen etwas über-reichen.

B. e. anantha trifft man im Anfange des Frühlings an, wo die alten über-winterten Individuen von Neuem aus den Spitzen der Aeste und des Stengels Blät-ter treiben, die linealisch sind. Sie stellt die Pflanze in der zurückschreitenden Meta-morphose und im ersten Stadio der Blatt-Evolution dar. Die Formen y, &. und i.sind Herbstformen, welche sich aus den Formen u. expansa, ).. obovata und /i. ser-pyllifolia erzeugen, indem die Metamorphose einen Rückgang macht, wo anstatt derbisherigen langen Staubfäden, jetzt blos ganz kurze zum Vorschein kommen. DieForm v. polyphora, «. minor sieht der verna minima und cespitosa auf-fallend ähnlich außer Frucht und Narben. Die Frucht ist zwar hier gewöhnlich kleinerals bei der u. genuina, aber doch größer als bei verna, ferner sind die Früchte hiereben so breit als lang und die Ränder stehen von einander ab.

C. hamulata Ktzg. wurde auch in der Linnaea st. a. O- vom Monographennoch autumnalis genannt, obwohl derselbe dort bemerkt, daß die Linneische Pflanze die-