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3 (1842) Familie der Wassersterne, Wolfsmilchgewächse und Rauten, der Seifenbäume, Malven, Storchschnäbel, Sauerklee- und Nelkengewächse: Callitricheae, Euphorbiaceae et Rutaceae, Sapindaceae, Malvaceae, Geraniaceae, Oxalideae, Caryophyllaceae / von H.G. Ludwig Reichenbach
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Rautengewächse.

Callitriche, Wasserstern.

ses Namens vielmehr in der C. virens zu suchen sei. Sie kommt unter den man-nigfaltigsten Formen vor, und es hält schwer sie so wie man sie einmal antraf, wie-der zu finden. Nach einigen Wochen mochte man sie wegen Veränderlichkeit ihrerFormen gar nicht mehr für dieselbe Pflanze erkennen. Sie steht der C. verna amnächsten, allein die hakig gebogenen Deckblättchen, die Richtung der Narben und diegroßem Kapseln, welche an den Kanten wenn sie vollkommen reif sind miteinem schwachen, weißlichen Flügelrande gesäumt sind, unterscheiden sie. Bei denBachformen ist der Flügelsaum selten ausgebildet. Die reifen Früchte sind fast ebensowie bei 0. verna gefärbt, man findet sie gewöhnlich bei den Formen der piscinali».Sie halten in der Größe das Mittel zwischen stagnalis und verna. Die Narbenstehen während der Befruchtung ausgespreizt und biegen sich um den Stengel herumnach den entgegengesetzten Staubfäden zu. Nach der Befruchtung sind sie abwärts ge-bogen und legen sich an die (breitem) Fächer der Frucht an, wo sie auch noch vorge-funden werden, wenn die Frucht schon reif ist. Diese Richtung der Narben giebt unsdie sichersten Kennzeichen für diese Art, da man häufig die Deckblättchen bei der Be-stimmung nicht mit zu Rathe ziehen kann, indem diese entweder ganz fehlen oderschon abgefallen sind. Die Staubfäden trifft man nicht immer kürzer als die Deck-blättchen an, auch länger, doch selten doppelt länger. Während und nach der Be-fruchtung sind die Staubfäden abwärts gebogen, aber immer nach einer Seite der in-nern Narbe hin.

Sie erscheint zuerst mit genau linealischen Blättern, welche jedesmal an der Spitzegespalten sind, die Spitzen sind gegen einander gebogen, die Bucht ist abgestumpft.Kommt der fernern Entwickelung kein Hinderniß durch Verringerung des Wassers, soentwickeln sich auch die Blüthen in den obern Blattwinkeln, anfangs nur männlich,dann androgpnisch. Diesen ersten Blüthen fehlen gewöhnlich noch die Deckblättchenoder nur eins oder sind ein paar ungleiche, und die Staubfäden und Fruchtknoten sindso klein, daß man sie nur unter der Lupe erkennt. 'Jetzt fangen auch die Früchte ansich zu bilden. Je näher der obere Theil des Stengels der Wasserfläche kommt, umso breiter werden nun auch die Blatter, die sich dann, wenn sie die Fläche des Was-sers erreicht haben, rosettenartig ausbreiten. Man findet nun gewöhnlich schon zweigleichgroße linealische, in der Mitte zuweilen etwas verdickte und an der Spitze haken-förmig einwärts gebogene Deckblättchen. Diese Veränderungen wiederholen sich unauf-hörlich aus allen hervorkommenden Aesten. Kommen nun der fernern EntwickelungHindernisse in den Weg, welches weder durch das Verringern oder Vermehren desWassers, als auch noch dadurch geschieht, wenn sie mit ihren Wurzeln vom Bodenabgerissen werden und nun auf dem Wasser schwimmen, so schreitet sie in ihrer Meta-morphose rückwärts. Die jetzt hervorkommenden Blätter sind linealisch, die Blüthenfehlen und sie sängt nun wieder an, dieselben Grade ihrer Evolution auf ebendieselbeWeise durchzumachen. Die Formen A. piscinales kommen nur in Fischteichen, Bächen,überhaupt in tiefer stehenden Gewässern vor. Sind bei A. t. replicata maior die un-tersten linealischen Blätter, wie sich das oft findet, abgefault, so bieten sich nur ovaledar, die Form i. implexa schwimmt mit einer Menge im dichten Rasen verwach-senen Stengeln auf Teichen herum. Die Formen B. rivulares erzeugen sich inBächen, kleinen Flüssen und fließenden Wässern. Die 6. Ia castres in seichtenSümpfen, Gräben, Bächen. Eine völlige Ausbildung des zweiten Grades, wie solche