Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
VII
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In unsern Zeiten sind die Fortschritte der Physik aher schon so mächtig, dafs nureine in Apathie gänzlich versunkene Regierung, die Vortheile verachtet, welche die Was-serbaukunde dem Lande darbiethet. Durchdrungen von ihren Nutzen, und von der Wahr-heit, dafs auch diese Abtheilung der Physik auf solche einfache Grundsätze und Maximenzurückgeführt werden müsse, welche mit den Wirkungen der Natur übereinstimmen —*suchte ich Beobachtungen über die bey den fliessenden Gewässern vorkommenden Erschei-nungen anzustellen, und fast alle bis jetzt über die Geschwindigkeit des' Wassers bestehendenTheorien zu prüfen-, endlich machte ich mich mit den in Frankreich , Norddeutschland,Italien und Holland ausgeführten wichtigsten Bauwerken und Anlagen an Ort und Stellebekannt, und besuchte das letztere Land, in drey verschiedenen Epochen. In Frankreich unterhielt ich mich vor eilf Jahren mit den Ingenieurs und einigen Mitgliedern desInstituts über die Gegenstände dieses Werkes mit um so gröfserer Zuversicht, als dieseberühmte Societät das Reich der Wahrheit als ein Eigenthum aller Nationen betrachtet undsich allem demjenigen widmet welches dasselbe erweitern und begründen kann. Angestellt, indem Herzogthum Berg, nachher zu Darmstadt , nach und nach in der Oestreich - undBaierischen Monarchie, und zwar an der Spitze (des Wasser- Brücken- und Strassenbaues,fand ich Gelegenheit, wichtige Unternehmungen vorzuschlagen , und besonders unter derRegierung Sr. Majestät des Königs von Baiern auszuführen. Ich konnte daher Erfahrun-gen und Beobachtungen machen , die nur wenige Ingenieurs anzustellen und zu sammelnGelegenheit haben. Seit dem Jahre 1805 , als ich in die baierischen Dienste zurück trat,wo alle Chausseen ausgehült und in Verfall, die Brücken und Durchlässe baufällig waren,sind in Baiern unter meiner Direction achtzehnhundert Stunden Chausseen vollkommen,und die Hälfte (des Krieges wegen) zweymal hergestellt; vierzig Stunden neue Chausseenangelegt; neunzehn Bogenbrücken von hundert bis fünfhundert achtzig Schuh Länge;die aus hundert bis zweyhundert fünfzehn Schuh weiten Bögen bestehen, erbauet; mehrals hundert andere Brücken wieder hergestellt; zehntausend Durchlässe erneuert zwölfHaupt - CorrCctionen an der Donau, dem Lech, der Isar und dem Inn bewerkstelliget,und ein grofses massives Durchlafswehr bey Landshut ausgeführt; zweytausend fünfzig-Stunden Chausseen aber, während das Land von zwey Kriegen heinigesucht und die‘Strafsen dreyfach abgenutzt worden sind, so unterhalten, dafs sie mit zu den bestenChausseen in Europa gezählt werden mögen. Alle diese grofsen Unternehmungen undConservationen , d. i., die sämmtlichen Wasser - Brücken - und Strafsenbauten des König-reichs, werden — weil ich nur in der Regie, nicht aber durch Entreprise habe arbeitenlassen , die Bauplätze fleifsig besuchte, und jeder Angestellte mit erschöpfenden und durchdrey hundert Generalien erläuterten Dienstes-Instructionen , versehen war, wornach dieIngenieurs mit den Geldauszahlungen nichts zu schaffen haben, welche die Rentbeamtenbesorgen — vom l. Oktober 1805 bis dahin 1811, mit der Summa von 5207529 fl. (dieAdministration eingeschlossen) also mit 8Ö7921 fl. jährlich, vollzogen. So konnten alsounter dem Ministerio des Grafen von Montgelas , selbst zwey Kriege, diese nützlichenAnlagen und diese National-Monumente, wodurch sich der wahre Ruhm der Könige aus-spricht , nicht unterdrücken. Von Sr. Majestät dem Kaiser von Oestreich erhielt ich 1805den Auftrag, über die Verbesserung der Häfen von Venedig und Triest , und die bessereLeitung der Gewässer im Veneiianischen — Vorschläge zu entwerfen. Diese auf genaueLocal-Unlersuchungen gemachten Entwürfe habe ich in diesem Bande gröfstentheils mitgetheilt.