Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
VIII
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Sr. "Majestät der König von Westphalen verlangte 1808 von mir den Entwurf zu einenvon der Edbe nach der Weser zu führenden Canal, der von grofsen Nutzen für diesesKönigreich gewesen wäre, indem er den Transport des Salzes und Holzes von der Elbenach Bremen, erleichtert, ja die Weser mit der Weichsel in Verbindung gebracht habenwürde. Ich begründete diese Vorschläge durch die Untersuchung des Locals.

Solche Verhältnisse mufsten nothwendig, die Ausführung des vorne angezeigtenPlans, nach welchem ich bereits die erste in fünf Bänden bestehende Auflage dieses Wer-tes, zum Theil angelegt hatte, erleichtern. Sehon'damals (17Q7) als ich die erste Idee zurBearbeitung dieses Werkes fafste, war mir der grofse Nutzen, den die Belidor’sche Was-serbaukunst bewirkt hatte, gegenwärtig; wie derselbe nur aus der darin enthaltenen Be-schreibung von ausgeführten Werken und einigen Beobachtungen entstanden W'ar, undnicht aus den darin vorkommenden, aber schon verdrängten Theorien. Jene waren esalso, welche diesem trefflichen Buche einen classischen Werth gegeben haben. Gewifskann aber auch über die wahren Grundsätze einer Wissenschaft nichts mehr aufklären,als ein auf ihre Werke gegründetes Studium; ich liefere daher meinen Lesern eine voll-ständige Beschreibung, beynahe von allen merkwürdigen Unternehmungen der Wasserbau-kunde die in Frankreich, Italien , Deutschland und Holland ausgeführt sind. Wahrlichkein Land der Erde ist von dieser Wissenschaft so abhängig als dieses letztere ; ja mankann sagen, dafs sie der einzige Gewährsmann seiner physischen Existenz sey. Ohne siewürde das Meer augenblicklich Nordholland bedecken, wovon der gröfste Theil zwölfSchuh unter dessen Oberfläche liegt; ohne sie würden die Hochgewässer der Maas , Leckund Waal die flachen Uferlande fast immer überströmen; ohne sie würden die Dünen baldfortgeführt und das Ufer des Meeres in stetem Abbruch versetzt seyn. Auch in Frankreich ,dessen Ingenieure die vorzüglichsten waren, wurde die Wasserbaukunde noch vor sechzigJahren empirisch betrieben, so sagt Cessart in seiner Description des travaux hydrauliquesp. 9 .: „die Geschichte der ältern Constructionen, vor der Zeit des General - Directors Tru-daine de Montigny , zeigt uns ein eben so gewagtes als unsicheres Verfahren ; ja wir ha-ben es nur den grofsen Männern, (Perronet, Hupeau, Pitrou , Regemorte und Voglio) zuverdanken, dafs wir einen Theil der ältern Routinen beym Brückenbau und andern Wer-ken der Wasserbaukunde, verlassen haben; aber alle ihre Zeitgenossen sind überzeugt,dafs auch sie grofse Hindernisse zu bekämpfen hatten. Ich war oftmahls Zeuge von derBestimmtheit ihrer Meinungen, von der Festigkeit, womit sie die Minister versicherten,dafs eine schlecht verstandene Sparsamkeit, in einen Hauptfehler der Staatsverwaltung aus-arte, weil sie die öffentlichen Gelder vergeudet, und den glücklichen Erfolg der Arbeitennicht zuläfst.“

Ein neues Werk über die Wissenschaft des Wasserbaues, worin die bis jetzt vor-handenen Theorien durch Erfahrung und Beobachtungen geprüft werden; welches Grund-sätze und Maximen aufstellt; das , da wo eine mathematische Theorie nicht mehr anzu-wenden ist, zeigt: was sich aus den Erfahrungen für Resultate und Regeln ableiten lassen ;welches ferner sowohl die bey den vorhandenen Anlagen und Bauwerken mit Kenntnifsausgeübten Maximen als die begangenen Mifsgriffe andeutet; Mittel und Vorschläge zuVerbesserungen aufstellt— ein solches Werk wird ohne Zweifel dem Theoretiker wie demPractiker gleich wichtig, für alle Staaten aber nützlich seyn. Daher habe ich überall wodie Materie mit der Theorie in Berührung kömmt, dieser ihre Ucbereinstimmung mit der