Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
Seite
26
JPEG-Download
 

26

der Farbe, unterscheiden. So unterscheidet man das maynwasser von dem r.heimvas-ser noch einige stunden unter Maynz. Diese Erscheinung tritt unter allen Himmels-strichen ein; so nimmt die Tiber drey Italiänische Meilen oberhalb r.om die Treve-rone auf und das wasser eines jeden Flusses fliefst für sich abgesondext. Bey rassauin Baiern fliefst das wasser des Inns mit dem der Donau in einem Bette und den-noch abgesondert bis eine halbe stunde unter der Vereinigung bcyder Flüsse. Manunterscheidet hier sehr deutlich das wasser jedes rlusses an der Farbe.

Der Missouri behält seine weifse Farbe in dem Missisipi, und theilt sie diesemendlich weit unter der Mündung mit. Der Missisippi behält seinen siifsen Geschmackeine staike Meile in das Meer hinein. In den Amazonenflufs ergiefst der Rio - Negrosein schwarzes wasser, das sich erst nach einem wege von 15 Seemeilen mit demvveifslichen wasser des Amazonenfhisses vermischt *). Die Arve ergiefst sich in dieRhoire und bleibt nicht weit vom ufer derselben abgesondert, ohne die schöne Farbeund Durchsichtigkeit des Rhonewassers zu trüben **).

Die cohäskm des Wassers ist die Ursache, dafs jeder auf wasser angewandte-Druck, dergestalt in die wassermasse fortgepflanzt wird, dafs alle seine Theile, wenncs im Gleichgewicht bleibt, einerley Druck leiden. Diese Eigenschaft flüssiger Massen,den Druck fortzupflanzen, haben auch Eulerund dhlembert angenommen, und solltewohl eine Fortpflanzung des Druckes existiren hönnen, wann das wasser der cohä-sion beraubt würde? Euler drückt sich folgender Maassen aus: „Ex hoc phänomeno(aus der besagten Eigenschaft, den Druck fortzupflanzen) collegimus naturam fluido-rum aptissiine in ea proprietate collocari, quod quaelibet pressio iis applicata per' totam eorum massam ita diffundatur, ut omnes eorum partes eandem sentiant pres-sionem, quatenus scilicet fluidum in aequilibrio persistat.“ Indem die cohäsion dieSumme der Geschwindigkeit oder die summe der Bewegung schwächt oder verringert,bringt sie doch, vermöge der Impxilsion in den wassertheilen, daselbst Bewegung imWasser hervor, wo keine ohne ihre Kraft existiren würde, a ) Weil vermöge dercohäsion, die Bewegung der obern Wasserschichten in die untern übergeht, so be-wirkt sie eine solche gleichförmige Bewegung, die keine mei'kliche Abstufung inder Neigung der Oberfläche und in der Geschwindigkeit zuläfst. b) Finden sich abergewaltsame Aufstauungen im Flusse, als wehre, Erhöhungen des Bettes u. d. gl., mmso wechselt auch die Geschwindigkeit merklich ab: so ist z. b. die Geschwindigkeitoberhalb des erhöheten Bettes in der Mündung des mittlern stromarmes bey iionncfT( Tab. 4 . ) von Y nach L = 4,7 Fufs in der Secxxnde ; weiter Stromauf zwischen xund y aber nur 5,28 rufs. So wie nun das nett unter L fällt, vermehrt sich dieGeschwindigkeit und sie ist 7,1 Fufs. Sie nimmt nachher allmählig ab, und bleibt gegen

*) Condamine Mem, de l’Academie annee I745> P* 448 — 455«

**) Bernhards neue orundleliren der Hydraulik, übersetzt von Langsdorf Seite 368.