»ollendorf nur 4,47 Fufs. c) Oberhalb eines Wehres konnte in dem untern Wasser,welches unter der Oberfläche des Wehres steht, gar keine Bewegung erfolgen, wennes von dem obern wasser, vermöge der Klebrigkeit, nicht mit fortgezogen würde.Davon aber, dafs das unter der Oberfläche des Wehres liegende wasser wirklichfliefst, kann man sich mit der herabgelassenen hydrometrischen Kugel überzeugen.Die cohäsion bewirkt also in gewissen Fällen und im Allgemeinen in dem obern wasseruetardation und in dem untern Bewegung. .
Nirgends habe ich indessen die Kraft der cohäsion stärker gesehen, als in derStromenge unter Bingen , und in dem zuschlusse des Rheins, die ich oberhalb demoorfe nonnef (Tab. 4.) ausgeführt habe. An beyden Seiten dieser Enclavierung standdas wasser, vermöge der Adhäsion, einen schuh höher als in der mitte, und die Ge-schwindigkeit des durchströmenden Volumens betrug 11 Schuh in der secunde. Kannman aber wohl die Adhäsion, bey dieser Rapidität, der Tiefe des Bettes zuschreiben,ist sie nicht vielmehr der Zusammenziehung des tobenden Strahles beyzumessen ? Ja!ich bin vollkommen durch Beobachtungen überzeugt worden, dafs im offenen Strome,wenn seine Bahn sehr verengt ist; dafs in künstlichen oeffnungen, als schleusen, Durch«lafswehren, Mühlgerinnen u. d. g. eine contraction des Wassers statt hat. Wer daranzweifelt, der gehe hin und sehe die Natur wirken.
Unsere Leser werden bereits aus derjenigen Kraft, welche die obern wasser aufdie untern, vermöge der Klebrigkeit ausüben, geschlossen haben, dafs diese Eigen-schaft des wassers bey dem Laufe der Flüsse, äufserst wohlthätig für das menschlicheGeschlecht seyn müsse, Denn, ist es nicht einleuchtend, dafs das obere wasser,wenn man es dieser Eigenschaft beraubte, über das untere hinweggleiten würde;miifsten sodann nicht die rlufsbetten, wenn sie je Unebenheiten gehabt hatten, läng-stens mit material ausgeebnet seyn? So klar diefs auch dem gesunden Menschenver-stände ist, so haben doch noch neuere Schriftsteller das Gegentheil vorgetragen.
Die Klebrigkeit des wassers ist aber nicht allein in Rücksicht der Tiefe von we-sentlicher Einwirkung auf die Bewegung der Flüsse, sondern auch in Hinsicht der La-ge und Gestalt der Flufsbahn. Sie erzeugt z. b. in einer engen Bahn, die sich untenerweitert, eine Beschleunigung in der Bewegung, weil der untere Strom den obernfortzieht. Ueber einen stark abhängigen Boden fliefst daher auch der Strom bey glei-cher Neigung in der Oberfläche stärker, als wenn der Boden nicht so abhängig wäre,denn das untere wasser beschleunigt das obere zugleich. In canälen wird endlichdem untern wasser nur lediglich von dem obern, vermöge der cohäsion, Bewegungertheilt. So urtheilte auch Guglielmini *). Bernhard setzte aber diese Stelle mit unterdiejenigen Irrthümer, die er dem Guglielmini aufbürdet. Langsdorf hat aber demerstem in der Vorrede der Uebersetzung S. 38. treflich geantwortet.
■) Er sagt: La velocita de essa e ne’ canali ornontali aticlie della viscosita che si trova fra le partidelf accpta*Nouova i’.acc. voll. II. pag. 74s Lecchi l. c. p, ^06. ist auch dieser Meinung,
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